SCHULPROGRAMM
  der Käthe-Kollwitz-Schule
in Offenbach

 
 

1.1 Leitsätze

1.2 Einleitung

1.3 Fachbereichsübergreifende Ziele
 

2  Besondere Bildungsgänge

2.1 Klassen für Schülerinnen und Schüler aus der Werkstatt für Behinderte

2.2 Besondere Bildungsgänge und Eingliederungsmaßnahmen

3  Sozialpädagogik/Sozialwesen

3.1 Die Klassen für Vorpraktikantinnen und -praktikanten

3.2 Berufsfachschule für Sozialpflege

3.3 Fachschule für Sozialpädagogik

3.4 Fachoberschule/Schwerpunkt Sozialwesen

4  Zweijährige Berufsfachschule (Klassen 10 und 11)

5   Ernährung

6   Körperpflege

7  Textil/Bekleidung

8  Religion

 
Die Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach

 

 
 
Gemeinsam...

Etwa 1300 junge Menschen , überwiegend Schülerinnen, aus über 40 Nationen, aus vielen Kulturkreisen, Religionen und Weltanschauungen arbeiten und lernen in unserer Schule friedlich miteinander.

sind wir....

Fast 90 Lehrkräfte ermöglichen jungen Menschen eine schulische und berufsbezogene Grundqualifikation bzw. Weiterqualifikation.

stark

Im Gedenken an Käthe Kollwitz fördert unsere Schule junge Menschen, insbesondere benachteiligte und behinderte Schülerinnen und Schüler, in der Entwicklung ihrer Kenntnisse und Verhaltensweisen, damit sie ihren Platz in Gesellschaft und Arbeitswelt finden.

Im Gedenken an die große Künstlerin, die die sozialen Wirklichkeiten ihrer Zeit erfasste, um Anstoß zu geben zu Humanität, zu gelebter Gerechtigkeit und Solidarität, wollen wir als Schulgemeinde der Käthe-Kollwitz-Schule ihr Vermächtnis aufgreifen:

 

"Ich will wirken in dieser Zeit."
(Käthe Kollwitz)
 
 
 
 
1.1 Leitsätze

Die Käthe-Kollwitz-Schule wird sich in sozialer Interaktion und in ihrer äußeren Gestalt zu einem Lebensraum entwickeln, der Schüler- und Lehrerschaft dazu motiviert, mit Freude und Interesse zu lernen und zu lehren.

Dies verlangt eine bewußte und verantwortliche Beteiligung der Schulgemeinde an allen wichtigen inhaltlichen und organisatorischen Belangen der Schule.

Diese Perspektive verlangt eine andauernde Auseinandersetzung um einen Bildungsbegriff, der auf die Einheit von individueller Entfaltung, Förderung beruflicher Kompetenz und sozialer Verantwortlichkeit gleichermaßen gerichtet ist.

Die Schule versteht sich als Organismus im Rahmen eines weitgefassten differenzierten Umfelds. Daher orientiert sie sich an ihren selbst gesetzten Prinzipien und an den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Prozessen.

Käthe Kollwitz, Grafikerin und Bildhauerin, 1867-1945
 
1.2 Einleitung

1.2.1 Ausgangslage

Die Situation einer Berufsschule ist eng mit der Lage ihrer Jugendlichen verknüpft. Wachsende Schülerzahlen erklären sich u.a. daraus, dass Jugendliche in Warteschleifen Zeiten von Arbeitslosigkeit überbrücken. Perspektivlosigkeit, Desorientierung und Unlust sind die psychosozialen Folgen, welche sich mit der allgemeinen Entwicklungskrise zu einer Stimmungslage verbinden, die eine enorme pädagogische Herausforderung bedeutet.

Da die Käthe-Kollwitz-Schule sehr unterschiedliche Schulformen und Berufsfelder unter einem Dach vereinigt, ergibt sich indessen kein einheitliches Schülerprofil. Wegen entsprechend großer Unterschiede in den Schülerhaltungen erfordert dies ein verschiedenartiges Arbeiten auf hohem Niveau.

Eine sinnvolle Förderung der vorhandenen Potentiale fordert alle Kräfte der Lehrerschaft heraus. Diese war und ist dazu bereit, sich in vollem Umfang einzusetzen, allerdings steht sie schon an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Zusätzliche Pflichtstunden, Wegfall der benötigten Deputatstunden, Restriktionen im Raum- und Materialsektor und die Aussicht, dass sich die Belastungen zusehends verschärfen werden – all dies belastet die Alltagsarbeit ungemein. Es ist daher nicht hoch genug einzuschätzen, dass sich das gesamte Kollegium an der Entwicklung des Schulprogramms beteiligt hat.

1.2.2 Geschichte

All dies ist lediglich in den Erscheinungsformen neu; mit enormen Schwierigkeiten hatte die Schule seit ihrer Entstehung im Jahre 1894 immer zu kämpfen. Zur Schaffung eines einfachen Bildungsangebots an die Dienstmädchen, die aus armen Arbeiterfamilien kamen und bei besseren "Herrschaften" eine Stelle gefunden hatten, hatten Freimaurerkreise die Schule gegründet. Nach dem Boom der Jahrhundertwende und dem entsprechenden Aufschwung Offenbachs brachten Kriegs- und Nachkriegszeit besondere Belastungen für die Mädchen mit sich; die Lehrerschaft hatte sich nicht nur mit geringer Ausstattung, sondern auch mit dem "Sittenverfall" der 20er Jahre auseinanderzusetzen. Mit dem Beginn des Hitlerfaschismus bekam die Schule einen neuen Direktor, der die Anstalt "gleichschaltete" und jüdische Schülerinnen vertrieb. Am Kriegsende musste die Schule in ihr nunmehr achtes Gebäude umsiedeln, Akten waren verbrannt und wertvolle pädagogische Materialien vernichtet.

Ein eigenes Haus erhielt sie erst 1978 im ehrwürdigen Alter von 84 Jahren, jetzt erst waren die Arbeitsvoraussetzungen gut und stabil – aber 20 Jahre später sind sie schon wieder, diesmal durch eine verminderte Ressourcen, beeinträchtigt.

1.2.3 Selbstverständnis

Ausbildung und Bildung sind unsere Aufgabe, wir erfüllen sie mit unseren eigenen Möglichkeiten und Akzentuierungen. In der Berufsausbildung geht es um den ständig zu überprüfenden Anschluss an die Entwicklungen in unseren externen Bezugssystemen: Handwerk, Industrie, Kindertagesstätten, Fachhochschulen usw. Die Belegung von Angeboten in der Weiterbildung signalisiert das besondere Interesse der Lehrkräfte an wegweisenden Neuerungen für die pädagogische Praxis.

Bildung und Erziehung sehen wir als Einheit. Toleranz soll kein Lippenbekenntnis sein, denn ein wohlwollendes Miteinander vieler Nationalitäten muss stetig weiterentwickelt werden. Wir bemühen uns ausdrücklich um soziale Integration und ebenso nachhaltig um die Beteiligung der Schülerschaft an den internen Entscheidungsprozessen.

Schüler- und Lehrerschaft haben eine hohe Bereitschaft, voneinander zu lernen. Dies drückt sich auch darin aus, dass im Alltag Konflikte durch eine offene Auseinandersetzung zwischen den beiden Seiten geklärt werden. Vielleicht ist von daher zu verstehen, dass Gewalt und Drogen bei uns keine zentrale Rolle spielen.

Die Entwicklung eines politischen (Selbst-)Bewußtseins in der Schülerschaft hat Tradition, vielfach sind bedeutsame Schüleraktionen in der Stadt aus unserer Schule heraus initiiert worden.

1.2.4 Perspektiven

Die positiven Seiten unseres Selbstbildes gehen nahtlos in unsere perspektivischen Vorstellungen über. Wir wollen erreichen, dass

1.2.5 Aufbau des Schulprogramms

Die Erarbeitung unseres Schulprogramms hat bisher zwei Jahre in Anspruch genommen. Wir arbeiteten ohne Vorgaben, aber im engen Verbund mit den Gremien der Pilotschulen und mit einer externen Beratung. Freude an den Freiräumen, aber auch Frustration in Phasen der Stagnation kennzeichnen die wechselhafte Entwicklung in der AG "Schulprogramm" und danach in der "Steuerungsgruppe". Ohne ausführlich alle Phasen der Entwicklung nachzuzeichnen, wird nur die gemeinsam entwickelte Struktur des Programms vorgestellt:

Wir unterscheiden in den Teilprogrammen der Fachbereiche jeweils die "Ist-Analyse" (Welche Errungenschaften der bisherigen Arbeit wollen wir beibehalten?) und unsere "Soll-Vorstellungen" (Was nehmen wir uns für die nächsten zwei Jahre an Neuerungen vor?).

Die einzelnen Angaben zu diesen Sektoren sind durchgehend wie folgt angeordnet:

  1. Unterricht; Pflicht- u. Wahlangebote; Abschlüsse
  2. Umfeld/externe Kooperation
  3. Arbeitsbedingungen/Schulorganisation
  4. Partizipation/interne Kooperation
Langfristige Ziele (allgemeine Orientierungen im Fachbereich, in der Schule und "Visionen") werden in einem weiteren Punkt aufgeführt.

Unterschiede in der Handhabung der Gliederung und der Gestaltung der einzelnen Teile des Schulprogramms spiegeln die Differenziertheit der Prozesse in den einzelnen Fachbereichen wider. Diese ist mit Absicht sichtbar geblieben. Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und die Wahrnehmung von Verschiedenartigkeit sind für uns von Bedeutung, um uns gegenseitig wahrnehmen und miteinander auseinandersetzen zu können.

Wir legen mit diesem Schulprogramm das Produkt einer sehr intensiven, lang anhaltenden und schwierigen gemeinsamen Arbeit des gesamten Kollegiums vor. Dabei gab es eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen, die an dieser Stelle einen hohen Arbeitseinsatz brachten, während andere sich in anderen Aufgabenfeldern der Schule engagierten.

Sehr förderlich war die anhaltende konstruktive Mitarbeit des Schulleiters und seines Stellvertreters an diesem Entwurf.

Die Beteiligung von Eltern und Schülerschaft am Prozeß der Erarbeitung des Schulprogramms muss ausgebaut werden. Auch Innungen, Kammern, Gewerkschaften und Träger von sozialen Einrichtungen sollen am Prozeß der Evaluation beteiligt und in die Erarbeitung zukünftiger Programme einbezogen werden.

Der gesamtschulische Entwicklungsprozeß, im Laufe dessen dieses Schulprogramm erarbeitet wurde, ist an mehreren Punkten entscheidend von unserem externen Berater, Herrn Kurt Faller, unterstützt worden.

Ihm und dem HeLP, das uns ebenfalls bei unserer Arbeit begleitet hat, gilt unser besonderer Dank.

 

 

1.3 Fachbereichsübergreifende Ziele
 
Käthe Kollwitz: Nie wieder Krieg!
 
2 Besondere Bildungsgänge

 

2.1 Klassen für Schülerinnen und Schüler aus der Werkstatt für Behinderte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berufsschulunterricht
für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Werkstätten für Behinderte (WfB)
der Arbeiterwohlfahrt in Offenbach am Main
Dauer: 2 Jahre
2 Jahre Verlängerungsmöglichkeit

 

2.1.1 Allgemeine Darstellung der Situation des Fachbereichs WfB

2.1.1.1 Vorbemerkungen zur gegenwärtigen Organisation - Allgemeines

Die Käthe-Kollwitz-Schule ist die zuständige Berufsschule für Schülerinnen und Schüler aus den Werkstätten für Behinderte (WfB) in Offenbach.

Der Unterricht für diese Schülerinnen und Schüler ist in einem Fachbereich organisiert, der zur Abteilung Ernährung und Hauswirtschaft gehört.

Zur Zeit besuchen etwa 100 Schülerinnen und Schüler in der Regel an einem Tag in der Woche unsere Schule. Sie sind in 12 Klassen eingeteilt.

Der Unterricht wird von 12 Lehrkräften durchgeführt.

2.1.1.2 Dauer der Berufsschule

Der Berufsschulunterricht für die jugendlichen und erwachsenen Beschäftigten aus den WfB – vor allem aus dem Arbeitstrainingsbereich – dauerte bisher 3 Jahre und konnte auf Antrag um weitere 2 Jahre verlängert werden. Nach der neuen Verordnung über besondere Bildungsgänge vom 1.8.1997 soll der Unterricht ab dem Schuljahr 1998/99 über 2 Jahre erfolgen und kann auf Antrag um 2 Jahre verlängert werden.

2.1.1.3 Unterrichtsorte

Der Unterricht findet in der Käthe-Kollwitz-Schule und in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt statt. Das Fach Bewegungserziehung wird in drei verschiedenen Sporthallen anderer Offenbacher Schulen erteilt.

Die Schülerinnen und Schüler werden von den Lehrkräften in den WfB abgeholt und nach ihrem Unterricht dorthin zurückgebracht. Damit wird ein reibungsloser Ablauf gewährleistet, der Kontakt zu den Gruppenleiterinnen und -leitern gepflegt und der Informationsaustausch mit ihnen gewährleistet. Außerdem haben die Schülerinnen und Schüler die für sie besonders notwendige Gelegenheit, persönliche Probleme schon beim Abholen zum Unterricht anzusprechen. Dies stellt eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche pädagogische Arbeit mit dieser Zielgruppe dar.

2.1.1.4 Grundlagen der Lernangebote ab dem Schuljahr 1998/99 aufgrund der neuen Rechtsvorschriften Der Unterricht wird aufgrund mehrjähriger bewährter Erfahrungen und gemäß der gültigen Rahmenlehrpläne ganzheitlich und handlungsorientiert erteilt. Theorie- und Praxis- sowie berufsbezogener und lebenskundlicher Unterricht bilden eine Einheit.

2.1.1.5 Personal

Eine Kontinuität des Einsatzes eingearbeiteter Lehrkräfte sollte gewährleistet werden. Neu einzustellende Lehrkräfte sollten über eine sonderpädagogische Ausbildung bzw. entsprechende Zusatzausbildungen verfügen.

Zur Unterstützung der Teams sollte der Einsatz einer Hilfskraft (z.B. Zivildienstleistender) überprüft werden.

2.1.1.6 Integration

Ansätze zur Integration von behinderten und nicht behinderten Schülerinnen und Schülern finden – bei vorhandener gegenseitiger Bereitschaft – während der Pausen, im Schüler-Café, bei gemeinsamen Studienfahrten und im Fach Bewegungserziehung statt. Ein gemeinsamer Betrieb des Schüler-Cafés durch behinderte und nicht behinderte Schülerinnen und Schüler wird zur Zeit erprobt.

2.1.2 "Ist-Analyse" und "Soll-Vorstellungen"

Nachfolgend sollen ausgewählte relevante "Ist"-Zustände im Fachbereich WfB sowie die Schwerpunkte beschrieben werden, auf die sich der Fachbereich WfB als "Soll-Vorstellungen" für die nächsten 2 Jahre – neben den sonstigen Arbeitsbereichen – festgelegt hat.

2.1.2.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebot, Abschlüsse

2.1.2.1.1 Ist-Analyse

2.1.2.1.1.1 Integrativer Unterricht

Ein Teil der Schülerinnen und Schüler aus den WfB wurde in den letzten Jahren mit der Bewirtschaftung des Käthe-Cafés an einem Tag in der Woche betraut. Dabei zeigte sich im Verlauf des Schuljahres eine zunehmende Annäherung zwischen dieser Schülergruppe und Schülerinnen und Schülern aus anderen Fachbereichen. Ängste und Vorurteile auf beiden Seiten konnten so abgebaut werden. Die Betreiberinnen und Betreiber konnten den Nutzen ihrer Arbeit, den Wert ihrer Produkte, unmittelbar erleben und somit ihr Selbstwertgefühl stärken.

Die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen und Studierenden aus der Fachschule für Sozialpädagogik im Bereich Bewegungserziehung diente der Förderung der Motorik, aber auch der Integration unserer Schülerinnen und Schüler. Für die Studierenden der Fachschule ergab sich die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in der Bewegungserziehung zu sammeln und diese zu reflektieren. Damit erschloß sich den Studierenden ein mögliches Beschäftigungsfeld.

 

2.1.2.1.1.2 Exkursionen

Die Schülerinnen und Schüler der WfB sind oft auch in ihrem privaten Alltag isoliert. Ihnen fehlt der Zugang zu wichtigen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Die von uns angebotenen Exkursionen zu öffentlichen Einrichtungen, Betrieben und Freizeitangeboten etc. erschließen ihnen neue Erfahrungsräume. Dadurch wird ihnen die Möglichkeit zu einer stärkeren Teilnahme am öffentlichen Leben – auch außerhalb der Schulzeit – eröffnet.

 

2.1.2.1.1.3 Individuelle Förderung

Die integrativen Ansätze, aber auch die Exkursionen, bieten eine Fülle von Möglichkeiten zur individuellen Förderung (z.B. die unterschiedlichen Anforderungen an den Arbeitsplätzen in unserem Café). Hierdurch kann auf den jeweiligen Stand der Schülerinnen und Schüler eingegangen werden. Damit werden ihnen individuelle Lernfortschritte ermöglicht. Auch in den fachpraktischen Fächern (Holz, Metall, Kochen, Textil etc.) sind solche Differenzierungsmöglichkeiten gegeben.

2.1.2.1.2 Soll-Vorstellungen

2.1.2.1.2.1 Integrativer Unterricht

Die positiven Erfahrungen des integrativen Unterrichts führen uns zu der Absicht, verstärkt integrative Angebote einzurichten. Hier soll z.B. mit der Fachschule für Sozialpädagogik über eine Zusammenarbeit in Musik und Spielerziehung, mit dem Fachbereich Körperpflege über eine Zusammenarbeit im Bereich Haar-, Haut- und Nagelpflege sowie Körperhygiene verhandelt werden.

Nach weiteren Angeboten (z.B. PC-Angebote) soll gesucht werden. Dazu soll im Rahmen einer WfB-Konferenz ein Erfahrungsaustausch stattfinden.

 

2.1.2.1.2.1 Exkursionen

Die Exkursionen sind wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil des Unterrichts für Schülerinnen und Schüler der WfB und sollen verstärkt durchgeführt werden. Dazu sollen konkrete Angebote erarbeitet werden.

 

2.1.2.1.2.3 Individuelle Förderung

Im theoretischen Bereich ist eine externe Differenzierung durch Arbeitsgemeinschaften angedacht. Die Entwicklung von Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung (z.B. durch Ansätze wie Freiarbeit, Wochenplan etc.) soll ein Schwerpunkt in den nächsten Jahren sein. Auf einer WfB-Konferenz soll ein Erfahrungsaustausch dazu stattfinden.

2.1.2.2 Umfeld/externe Kooperation

2.1.2.2.1 Ist-Analyse

Die Zusammenarbeit mit der Werkstatt für Behinderte, besonders mit dem Sozialen Dienst und den Gruppenleitern des AT-Bereichs, erfolgt seit Jahren regelmäßig. Besonders bei der Zusammenstellung der Klassen findet ein intensiver Austausch mit der WfB statt. Bei der Gruppenzusammenstellung wird besonderer Wert auf die Zusammenstellung von "homogenen" Gruppen gelegt.

Probleme bezüglich der unterschiedlichsten Behinderungen, Verhaltensweisen, Artikulation u.ä. werden mit dem entsprechenden Gruppenleiter oder einem Mitarbeiter des Sozialen Dienstes erörtert.

Der Kontakt zu Firmen, die Außenarbeitsplätze für behinderte Mitarbeiter der Werkstätten stellen, erfolgt zur Zeit ausschließlich über den Sozialen Dienst der Arbeiterwohlfahrt.

Die abgebenden Schulen werden von einzelnen Lehrkräften des Fachbereichs aufgesucht. Durch Hospitation in Oberstufenklassen werden die ersten Kontakte zwischen den Lehrkräften des Fachbereichs und den neu zu beschulenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hergestellt.

Zur Fortbildung der im WfB-Bereich tätigen Kolleginnen und Kollegen im Raum Südhessen finden regelmäßig Seminare in verschiedenen Werkstätten und Berufsschulen statt.

2.1.2.2.2 Soll-Vorstellungen

Für die Beschulung von Behinderten an Außenarbeitsplätzen soll zusammen mit der WfB, Kammern und Industrie ein Konzept entwickelt werden, welches eine Förderung auch dieser Schülergruppe beinhaltet.

Um den Kontakt zu den abgebenden Schulen zu intensivieren, sollen vermehrt Hospitationen durchgeführt werden. Ebenso ist anzustreben, dass die Schülerinnen und Schüler der Fröbelschule während ihres Praktikums im Hainbachtal auch Besuche an der Käthe-Kollwitz-Schule machen. Dazu ist es erforderlich, dass uns die entsprechenden Praktikumszeiten mitgeteilt werden.

Kolleginnen und Kollegen, die an Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen, sollen über die Inhalte in Fachbereichskonferenzen berichten.

2.1.2.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation

2.1.2.3.1 Ist-Analyse

Entsprechend der bisher gültigen "Verordnung über den Unterricht für Schüler in Werkstätten für Behinderte" werden die Schüler bis zu 5 Jahre mit 9 Wochenstunden unterrichtet. Bedingt durch die allgemeinen Unterrichtskürzungen, wird in einigen Fächern (Holz/Metall, Textil, Nahrungszubereitung, Backen, Betrieb der Schulcafeteria) für je ein Schuljahr mit 6 bzw. 7 Wochenstunden unterrichtet. Darüber hinaus gibt es Zusatzangebote in den Bereichen Sport, PC und einen Lesekurs.

Durch sehr gute interne Absprachen werden Vertretungen, Ausflüge und andere anfallende organisatorische Aufgaben flexibel und unbürokratisch geregelt.

Entsprechend dem vom Fachbereich ausgearbeiteten Konzept, sollen in jeder Klasse ein Theorielehrer (in der Regel der Klassenlehrer) und ein Fachlehrer für das entsprechende Fach gemeinsam unterrichten. Durch sinkende Schülerzahlen hat sich dieses Verhältnis verschoben. Einige Klassen werden von 2 Theorielehrern in fachpraktischen Fächern unterrichtet. Dies bedeutet, dass die Fachlehrer häufiger als bisher die Gruppen wechseln müssen, und dass der durch Fachlehrer abgedeckte Unterrichtsanteil sinkt.

Die fachspezifische Kompetenz der Fachlehrer führt zu einer Anhäufung von zusätzlichen Aufgaben (Einkauf, Instandhaltung und Verwaltung von Lebensmitteln, Werkstoffen, Geräten und Einrichtungen). Die dadurch entstehende Mehrarbeit stellt eine sehr große Belastung dar. Die Stundenplangestaltung ist durch den Mangel an Fachpraxisräumen erheblich erschwert.

Zur Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der WfB und der Berufsschule sollen in den nächsten Jahren feste Termine eingerichtet werden, an denen aktuelle Themen zwischen Gruppenleitern, dem sozialen Dienst und den Lehrkräften erörtert werden. Um diese Treffen einzuleiten, wird die Fachbereichsleitung einen regelmäßig stattfindenden Termin mit dem Sozialen Dienst der Arbeiterwohlfahrt absprechen.

 

 

 

 

2.1.2.3.2 Soll-Vorstellungen

In der neuen Verordnung vom 01.08.1997 geltenden sind für Schüler aus WfB maximal 4 Schuljahre (2 Jahre regulär und 2 Jahre Verlängerung) mit je 12 Wochenstunden vorgesehen.

Der Fachbereich hat dazu folgendes Konzept entwickelt:

Aufgliederung des Unterrichts:

1. Jahr Backen 7 Std. Holz/Metall 5 Std.

2. Jahr Kochen 7 Std. Textil 5 Std.

Für die Verlängerungsjahre sind folgende Wahlangebote vorgesehen: ITG, Café, Hygiene, Töpfern, Bewegungserziehung, Lesekurs, Ernährungslehre, Gestalten.

Dieses Konzept muss jedoch noch mit der WfB abgesprochen und ggf. modifiziert werden. Für einen reibungslosen Unterrichtsablauf ist es weiterhin notwendig, die Schüler aus der Werkstatt abzuholen und wieder zurückzubegleiten

Um ein Fortbestehen der guten und eingespielten Zusammenarbeit und eine Kontinuität der Teams möglichst über ein Schuljahr hinaus zu gewährleisten, erscheint ein Wechsel von Kollegen im Fachbereich nicht sinnvoll.

Eine Kontinuität des Einsatzes eingearbeiteter Lehrkräfte sollte gewährleistet werden. Neu einzustellende Lehrkräfte sollten über eine sonderpädagogische Ausbildung bzw. entsprechende Zusatzausbildungen verfügen.

Zur Unterstützung der Teams sollte der Einsatz einer Hilfskraft (z.B. Zivildienstleistender) überprüft werden.

In den fachpraktischen Fächern soll der Unterricht wenn möglich von einem entsprechenden Fach- und einem Theorielehrer erteilt werden. Dabei soll darauf geachtet werden, dass die Arbeitsbedingungen beider Lehrkräfte möglichst gleich bzw. vergleichbar sind.

Die Kommunikationsbedingungen für den produktionsorientierten Unterricht (z.B. Café) sollen verbessert werden.

Die für den Fachbereich seit Jahren geplanten Umbaumaßnahmen sind angesichts der Raumnot der gesamten Schule in abgeänderter Form dringend erforderlich. Durch die Nutzung kleinerer und für WfB-Schüler gezielt ausgestatteter Räume werden große Klassen- und Fachräume entlastet.

2.1.2.4 Partizipation/interne Kooperation

Der Begriff "Partizipation" bedeutet für die Lehrerinnen und Lehrer, dass die beiden Teamer einer Klasse – in der Regel – bei der Konzipierung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts gleichberechtigt zusammenarbeiten.

"Kooperation" heißt im Gegensatz zu "Integration" arbeitsteilige Zusammenarbeit der beiden Teamer einer Klasse.

2.1.2.4.1 Ist-Analyse

Die Klassen werden in der Regel durch einen Theorie- und einen Fachpraxislehrer als Team unterrichtet, wobei der Klassenlehrer (meistens der Theorielehrer/die Theorielehrerin) seine Klasse die ganze Schulbesuchszeit begleitet.

Diese Regelung hat sich gut bewährt. Die Schülerinnen und Schüler haben während ihrer ganzen Berufsschulzeit eine ihnen vertraute Bezugsperson, und die Lehrerin bzw. der Lehrer kann unter Berücksichtigung aller erschwerten Lebenslagen und Einbeziehung aller Umfelder (z.B. Eltern, Betrieb, Freizeitgestaltung, Freunde) der Schülerinnen und Schüler angemessen auf jede Schülerin bzw. jeden Schüler eingehen.

2.1.2.4.2 Soll-Vorstellungen

In unserem Fachbereich sollen Kriterien für die Teamzusammensetzung entwickelt und die Teambildung und -arbeit optimiert werden.

Dazu wird eine 2-tägige schulinterne Lehrerfortbildung mit einem kompetenten Fortbildner beim HELP beantragt. An diesen beiden Tagen sollen darüber hinaus – neben Themenbereichen zu den Sollvorstellungen der übrigen Bedingungsfelder – Vorlagen für Beschlüsse für die Fachbereichskonferenz erarbeitet werden, in denen

· Regelungen über die Einhaltung von Verbindlichkeiten (z.B. von Konferenzbeschlüssen), Verantwortlichkeiten und die Nutzung von Ressourcen

· und Regelungen über zu erkennende zu benennende und zu lösende Probleme in der Kooperation, Integration und Kommunikation ebenso enthalten sein sollen wie Modalitäten und das Zeitmanagement der Durchführung.

2.1.3 Längerfristige Ziele

Wir streben gleiche Beschäftigungsbedingungen für alle Berufsschullehrerinnen und -lehrer an. In diesem Sinne wollen wir auf einer Personalversammlung initiativ werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2.2 Besondere Bildungsgänge und Eingliederungsmaßnahmen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besondere Bildungsgänge:
Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)
Berufsschulpflichtige Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (BS)
Eingliederungsmaßnahmen:
Produktionsschule in Offenbach (Start-Projekt)
Eingliederungsmaßnahmen in Berufs- und Arbeitswelt (E.B.A.)
Lehrgänge der Arbeitsverwaltung
Schwerpunkte:
Ernährung und Hauswirtschaft
Textiltechnik u. Bekleidung
Körperpflege und Gesundheit
Möglicher Abschluss: Hauptschulabschluss

2.2.1 Vorwort

In die Besonderen Bildungsgänge und Eingliederungsmaßnahmen an beruflichen Schulen werden vielfach Schülerinnen und Schüler aufgenommen, die im allgemeinbildenden Schulwesen hinsichtlich ihres Lernverhaltens, ihrer persönlichen Entwicklung oder ihrer kurzen Verweildauer in Deutschland als "ausbildungsbeeinträchtigt" gelten.

Die Verordnungen über die Besonderen Bildungsgänge sowie die Eingliederungsmaßnahmen nennen als Leitziel die Hinführung dieser Jugendlichen zur Berufsfähigkeit. Weitere Schwerpunkte sind Allgemein- und Persönlichkeitsbildung sowie Erweiterung der Sprachkompetenz in der deutschen Sprache. Diese Verordnungen stellen den Rahmen zur Entwicklung, Erstellung und Umsetzung von schuleigenen pädagogischen Konzepten dar, die die jeweils spezifischen Lernausgangs- und Entwicklungsbedingungen der Jugendlichen berücksichtigen.

In exemplarischer Form wird im Start-Projekt, BVJ und E.B.A der Versuch unternommen, produktions- und handlungsorientiertes sowie ganzheitliches Lernen durch das Betreiben einer Cafeteria umzusetzen.

Ausgehend von den in diesem Bereich gesammelten Erfahrungen erscheint es uns erstrebenswert, in projektartig angelegten Unterrichtseinheiten jeweils einen Fachpraxis- und einen Theorielehrer einzusetzen; bzw. die Kooperation zwischen Fachpraxis- und Theorielehrer zu ermöglichen oder zu verstärken.
Um unter anderem der Umsetzung des oben genannten Zieles näher zu kommen, erachten wir es als wünschenswert, möglichst wenige Lehrer mit möglichst vielen Unterrichtsstunden in einer Lerngruppe einzusetzen. Dieses schließt die Notwendigkeit fester Bezugspersonen für die Herstellung einer Vertrauensbasis mit ein.

2.2.2 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote, Abschlüsse

2.2.2.1 Ist-Analyse

Schüler/Schülerinnen der Besonderen Bildungsgänge in Vollzeitform (BVJ) erfüllen ihre verlängerte Vollzeitschulpflicht (10. Schuljahr). Dabei handelt es sich um Schülerinnen und Schüler mit und ohne Hauptschulabschluss, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.

Das Unterrichtsangebot zielt darauf ab, diese Schülerinnen und Schüler dazu zu motivieren eine Ausbildung aufzunehmen und Kompetenzen im schulischen, sozialen und persönlichen Bereich zu erwerben.

Der Unterricht besteht aus drei wesentlichen Komponenten:

a) Fachpraxis,

b) Theorie und Fachtheorie,

c) Betreute Betriebspraktika.

Dabei geht unser Bestreben dahin, die genannten Komponenten nicht als nebeneinanderstehende Blöcke zu begreifen, sondern Verknüpfungen herzustellen, um den Schülern Sachverhalte in ganzheitlichen Zusammenhängen zu verdeutlichen.

Ähnliche Zielsetzungen bestehen auch für den E.B.A.- Lehrgang und das Start-Projekt.

Die wesentlichen Unterschiede liegen in den Zugangsbedingungen.

Für die Teilnahme an E.B.A. als auch am Start-Projekt muss die verlängerte Vollzeitschulpflicht erfüllt sein.

Nur Aussiedler und Kinder sog. Wanderarbeitnehmer sind berechtigt, am E.B.A.-Lehrgang teilzunehmen. Da die meisten dieser Jugendlichen noch nicht länger als zwei bis drei Jahre in der Bundesrepublik leben, übernimmt der E.B.A.-Lehrgang hier v.a. neben der beruflichen Orientierung die Aufgabe, sprachliche Defizite zu beheben.

Jugendliche ohne Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis sind für das Start-Projekt teilnahmeberechtigt. Insofern handelt es sich um Teilnehmer, die zur Erfüllung ihrer Berufsschulpflicht bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Schüler der Berufsschule (ehemals Jungarbeiter-Klassen) sind.

Um Schüler mit ähnlichem Status handelt es sich auch bei Teilnehmern an Lehrgängen der Arbeitsverwaltung, die von freien Trägern durchgeführt werden. Auch diese Teilnehmer werden von Lehrkräften unserer Schule beschult. Dies geschieht z. T. in den Räumen der freien Träger aber auch in gemischten Lerngruppen an unserer Berufsschule.

Gemischte Gruppen deshalb, weil neben den Teilnehmern der Lehrgänge der Arbeitsverwaltung auch 1.) berufsschulpflichtige Jugendliche teilnehmen, die keine dieser Maßnahmen besuchen und 1.1) entweder auch keiner Tätigkeit nachgehen oder 1.2) an drei Tagen beschäftigt sind. Der Unterricht für diese Schülerinnen und Schüler umfasst seitens unserer Berufsschule, unabhängig vom Unterrichtsort, 8 Wochenstunden.

Das Bestreben, die Jugendlichen in die Berufs- und Arbeitswelt einzugliedern, liegt allen genannten Maßnahmen bzw. auch schulischen Angeboten zugrunde.

Alle berufsschulpflichtigen Jugendlichen, die an einer dieser Maßnahmen teilnehmen, haben eine 38-Stunden Woche:

Start-Teilnehmer bewirtschaften gegen Vergütung täglich die Cafeteria des Kreisjugendamtes Offenbach und absolvieren Betriebspraktika zur beruflichen Orientierung. E.B.A.-Teilnehmer werden in Fachpraxis und Theoriefächern an der Käthe-Kollwitz-Schule unterrichtet, bewirtschaften an einem Wochentag die Schulcafeteria der Käthe-Kollwitz-Schule und absolvieren Blockpraktika in Betrieben (6 Wochen)

Den Angeboten der freien Träger liegen ähnliche Konzepte zugrunde.

Die sozialpädagogische Betreuung, die in diesen Maßnahmen obligatorisch ist, ermöglicht die individuelle Förderung in Einzelgesprächen, bei der Vor- und Nachbereitung der betrieblichen Praktika, bei der Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit und der hierbei erforderlichen Kooperation mit der Berufsberatung der Arbeitsverwaltung.

Gemäß der Verordnung können Schüler/Schülerinnen der Besonderen Bildungsgänge in zwei unterschiedlichen Möglichkeiten den Hauptschulabschluss erwerben. Für die Schüler/Schülerinnen der Vollzeitform (BVJ) sowie der Teilzeitform (ehemals Jungarbeiter-Klassen) gilt, dass ihnen bei ausreichenden Leistungen und einer Beschulung im Umfang von mindestens 160 Unterrichtsstunden in den Fächern Mathematik und Deutsch der Hauptschulabschluss zuerkannt wird.

Für die Teilnehmer/Teilnehmerinnen der Eingliederungsmaßnahmen besteht die Möglichkeit (nach einer nachgewiesenen Vorbereitung) an einer externen Hauptschulabschlussprüfung teilzunehmen. Der Hauptschulabschluss wird zuerkannt, wenn die in der Verordnung über den externen Hauptschulabschluss genannten Leistungen erbracht wurden.

2.2.2.2 Soll-Vorstellungen

2.2.3 Umfeld/externe Kooperation

2.2.3.1 Ist-Analyse

Die Bereiche Besondere Bildungsgänge und Eingliederungsmaßnahmen arbeiten eng mit der Berufsberatung der Arbeitsverwaltung Offenbach zusammen. Den Schülern/Schülerinnen und Teilnehmern/Teilnehmerinnen ist die für sie zuständige Person der Berufsberatung bekannt. Durch Informationsveranstaltungen vor Ort sind ihnen sowohl die Räumlichkeiten vertraut als auch die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung über verschiedene Berufsfelder und Adressen von Ausbildungsbetrieben usw. bekannt.

Weitere Kontakte bestehen mit Pro Familia und dem Club 32.

Sowohl während des einmal wöchentlich stattfindenden Praktikums, als auch während des Blockpraktikums entwickelt sich durch den Kontakt des betreuenden Klassenlehrers eine enge Zusammenarbeit mit den Betrieben. Kontakte werden dabei gepflegt und es findet kontinuierlicher Austausch zwischen Schule und Betrieben statt.

Desweiteren arbeitet der Fachbereich mit einer abgebenden Schule für Lernhilfe zusammen. Deren Schüler/Schülerinnen haben in ihrem jeweils letzten Schuljahr einmal in der Woche Unterricht an der Käthe-Kollwitz-Schule. Somit findet eine allmähliche Ablösung bzw. langsame Gewöhnung sowie Neuorientierung statt.

Sind die Schüler/Schülerinnen der Schule für Lernhilfe dann bei uns im BVJ, haben sie die Möglichkeit, einmal wöchentlich von einer Lehrkraft der bisher besuchten Schule für Lernhilfe unterrichtet zu werden, so dass der Ablösungsprozess der Schüler/Schülerinnen begleitet werden kann.

Im Bereich der Klassen der Besonderen Bildungsgänge in Teilzeitform besteht bisher kein verbindlicher und erprobter Projektrahmen, in dem handlungsorientierter Unterricht bzw. Theorie- und Fachpraxisverknüpfung durchgeführt werden. Die konzeptionelle Entwicklung steht noch in den Startblöcken.

2.2.3.2 Soll-Vorstellungen

2.2.4 Arbeitsbedingungen und Schulorganisation

2.2.4.1 Ist-Analyse

Eine besondere Schwierigkeit für den Bereich Besondere Bildungsgänge in Vollzeitform ergibt sich aus der Tatsache, dass die Schülerzahlen vor Schuljahresbeginn schwer kalkulierbar sind. Obwohl die abgebenden allgemeinbildenden Schulen sich bemühen, die Anmeldungen rechtzeitig abzugeben, müssen wir häufig am Tag der Einschulung formal nicht erfasste Schüler aufnehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass während des laufenden Schuljahres Schüler mit problematischem sozialem Hintergrund (auch Wohnortwechsel) um Aufnahme bitten. Trotz dieser ungenauen Schülerzahlen hat sich der Fachbereich dafür entschieden, in diesem Schuljahr fünf BVJ-Klassen einzurichten.

Folgende Kriterien zur Einteilung der Klassen haben sich bewährt:

· gleichmäßige Verteilung der Schüler aus den jeweils abgebenden Schulen

· heterogene Zusammensetzung hinsichtlich der Nationalität

· möglichst homogene Leistungen.

Die maximale Klassengröße liegt bei ca. 16 Schülern pro Klasse. Jede Klasse wird von einem Theorielehrer geführt (siehe Zielgruppenbeschreibung), der mit acht bis zwölf Wochenunterrichtsstunden überwiegend den allgemeinbildenden Unterricht (Deutsch, Mathematik, Berufskunde, Wirtschaft/Politik, Informationstechnische Grundbildung) anbietet. Der Fachpraxisunterricht findet in kleineren Gruppen (Hälfte der Klasse) statt. Erfahrungen mit diesen Schülern (siehe Zielgruppenbeschreibung) haben gezeigt, dass es sinnvoll ist, projektorientierte Vorhaben aus möglichst vielen Berufsfeldern im Schuljahr anzubieten. Das wäre bei mehr als fünf oder sechs Klassen nahezu unmöglich. Bei fünf Klassen kann zum Halbjahr ein Berufsfeldwechsel in jeweils zwei Klassen erfolgen.Bereitschaft, Darüber hinaus ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Fachpraxisräume für das fachpraktische Unterrichtsangebot maßgeblich. Der Mangel an Fachpraxisräumen führt häufig zu Unterrichtsausfällen. Der Theorieunterricht findet überwiegend in zwei vom BVJ genutzten Klassenräumen statt. In den Klassenräumen stehen den Schülern differenzierte Lernmaterialien, Schülerfächer und eine "Kaffeeküche" zur Verfügung.

 

 

2.2.4.2 Soll-Vorstellungen

2.2.5 Partizipation/interne Kooperation

2.2.5.1 Ist-Analyse

In der Schülercaféteria bewährt sich der Unterricht im Team. Zeitweise kann dieses "Teamteaching" auch im Bereich Hauswirtschaft angewendet werden. Neben dieser Partizipation kooperieren die Kollegen und Kolleginnen vor allem bei Exkursionen, Betriebsbesichtigungen und Freizeitmaßnahmen.

2.2.5.2 Soll-Vorstellungen

2.2.6 Permanente und längerfristig zu erreichende Ziele

Auf- und Ausbau der Kooperation zwischen den Bereichen der Besonderen Bildungsgänge mit den Berufsfachschulen, mit dem Ziel der Nachbetreuung und Förderung von ausländischen Schülern mit sprachlichen Defiziten (Deutsch als Fremdsprache).

Das übergeordnete pädagogische Prinzip unserer Schule und unseres Fachbereiches heißt "Schule als Lebensraum".

Die Schule ist als gemeinsamer Lern-, Arbeits- und Lebensbereich von Schülern und Lehrern zu verstehen, in dem miteinander in gegenseitiger Achtung und Solidarität wirklichkeitsorientiert gearbeitet wird.

 

 

 

Dieses pädagogische Prinzip verkörpert sich in den folgenden Zielen:

1. Übertragung der Erfahrungen des Lernfeldes "Käthe-Café" auf andere Berufsfelder.

Die bisherige Arbeit im Käthe-Café ist gekennzeichnet durch sämtliche Tätigkeiten und Handlungsformen, die in einem richtigen Cafe ebenfalls auftreten. Das reicht vom Herstellen der angebotenen Speisen, über die Bedienung der Gäste (Schülerinnen und Schüler und Lehrer), über Kassieren und Endabrechnung, Raumwartung -pflege bis zur Lagerhaltung und Kalkulation. Dieses echte Lernfeld bietet besonders eher handlungsorientierten Jugendlichen hervorragende Lernbedingungen, durch die sie in vielfältiger Weise in Verbindung mit dem täglichen Unterricht gefördert werden können. Es ist daher naheliegend, weitere Praxisfelder zu entwickeln und damit mehr Jugendlichen wirklichkeitsorientierte Lernbedingungen zu bieten.

Als neues Projekt wäre ein Secondhand-Shop denkbar, der Textilien und andere Gebrauchtartikel (auch selbst angefertigte Waren) sowie Produkte des Textilbereiches der KÄTHE-KOLLWITZ-SCHULE anbieten könnte.

2. Erweiterte Nutzung von Café und Lehrküche

Es ist denkbar, Angebote für eine ganztägige Betreuung unserer Schüler auch nach dem Unterricht zu erarbeiten. Das Café könnte im Zentrum dieses Angebotes stehen und nachmittags geöffnet bleiben. Auch hier könnte eine Betreuung der Schüler im Café sinnvoll sein. Zusätzliche Lehrer machen Förderangebote in den allgemeinbildenden Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Dies könnte zu einem wertvollen Beitrag zum Ausgleich von Wissenslücken entwickelt werden.

3. Weitere Angebote sollten im Bereich Sport (auf/an/in den umliegenden Sportstätten) gemacht werden.

Der große Schulhof könnte gemeinsam mit anderen Fachbereichen vielfältig funktionalisiert werden, so z. B. für Sport und Spiel (denkbar wäre die Einrichtung einer Inlineskater-Bahn, Feldlinien für Multi-Spielfeld, Schachfläche in ruhiger Ecke des Hofes) und kulturelle Veranstaltungen (kleine Bühne, Ausbau der Sitzmöglichkeiten, Anschlüsse und Technik für angemessene Bewirtung bei Veranstaltungen). Die Versorgung der Teilnehmer durch Nutzung von Café, Lehrküche böte sich an und wäre eine zu übernehmende Aufgabe der Café-Mannschaft, gestellt von Schülerinnen und Schülern unseres oder auch anderer Fachbereiche. In diesem Zusammenhang böte sich sogar an, einen "bescheidenen" Mittagstisch zu versuchen.

4. Ein wesentlicher Kern der Arbeit innerhalb der Besonderen Bildungsgänge wäre die sozialpädagogische Betreuung unserer Schülerinnen und Schüler. Den Schülerinnen und Schülern würde hierdurch ermöglicht, in intensiven Beratungsgesprächen ihre Lebensbedingungen, Pläne und Ziele zu reflektieren, um so eine wirklichkeitsnähere Einschätzung ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten zu erlangen. Ausserdem könnten sie zusätzliche Unterstützung bei der Berufswahlentscheidung und Suche eines Ausbildungsplatzes erhalten.

In der Weiterführung des Projekts "Unsere Schule soll schöner werden" sehen wir eine gute Möglichkeit, viele unserer o.g. Ziele umzusetzen.

 
3 Sozialpädagogik/Sozialwesen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
3.1 Die Klassen für Vorpraktikantinnen und -praktikanten

3.1.1 Ist-Analyse

3.1.1.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebot

An der Käthe-Kollwitz-Schule werden Vorpraktikantinnen und -praktikanten sowohl in fachpraktischen Bereichen wie z.B. Gesundheitspflege und/oder Spielerziehung mit max. 8 Wochenstunden als auch in Fachtheorie (2 Wochenstunden) unterrichtet. Allgemeinbildende Fächer werden in der Regel in 2 Wochenstunden zusammengefaßt. Der Unterricht findet an zwei Tagen (ca. 8 -10 Wochenstunden) in der Woche statt.

Da die Vorpraktikantinnen und -praktikanten im Normalfall ihr Vorpraktikum über zwei Jahre absolvieren, ist nach einem Jahr ein Wechsel der Praxisstellen vorgesehen. Dies geschieht, um ihnen schon vor der Ausbildung zur Erzieherin ein breiteres Spektrum von Erfahrungen mit Praxisstellen zu eröffnen.

3.1.1.2 Umfeld/externe Kooperation

3.1.1.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation

Im Land Hessen gibt es für die Klassen des Vorpraktikums keine Rahmenlehrpläne, so dass diese Schülerinnen und Schüler nach einer erarbeiteten Konzeption der jeweiligen Schule unterrichtet werden. Dies ermöglicht einen relativ großen Handlungsspielraum, da sich dadurch die Unterrichtsinhalte an den Praxiserfahrungen der Vorpraktikantinnen und -praktikanten orientieren können.

Eine intensive Reflexion der eigenen Praxiserfahrung scheitert jedoch oftmals an der Klassenstärke (bis zu 27 Schülerinnen und Schüler).

3.1.1.4 Partizipation/interne Kooperation

Der Unterricht in den sozialpädagogisch angelegten Fächern wird weitgehend von Lehrkräften der Fachschule erteilt. In Anbetracht der ausgesprochen beruflichen Orientierung ist jedoch der Einsatz dieser Lehrkräfte mit 2 bis 4 Wochenstunden nicht ausreichend.

3.1.2 Soll-Vorstellungen

3.1.2.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlpflichtangebot

3.1.2.2 Umfeld/externe Kooperation

Die Kooperation mit den Praxisstellen soll intensiviert werden. Für einen Praxisbesuch, der sowohl das Kennenlernen der Praxisstelle als auch eine intensive Beratung der Vorpraktikantinnen und -praktikanten beinhaltet, werden 2 Lehrerstunden veranschlagt.

3.1.2.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation

Um die oben formulierten Unterrichtsinhalte zu verwirklichen, ist es nötig, die Klassen auf 16 Schülerinnen und Schüler zu begrenzen. Die Klassen sollen einen eigenen Klassenraum bekommen. Um ihnen die Gestaltung des Lebens- und Arbeitsraumes näherzubringen, sollen die Klassen ihren Raum gemeinsam gestalten.

3.1.2.4 Partizipation/interne Kooperation

Der Austausch aller beteiligten Lehrkräfte soll intensiviert werden. Darüber hinaus wird eine Verzahnung der unterschiedlichen Disziplinen als sinnvoll erachtet. Hierzu müssen Koordinierungsstunden zur Verfügung gestellt werden.

3.1.3 Langfristige Ziele

Die Abgangszeugnisse und die Beurteilungen durch die Praxis sollen als Kriterium für die Aufnahme an Fachschulen für Sozialpädagogik dienen. Dadurch wird der Stellenwert des Vorpraktikums erhöht.

 

3.2 Berufsfachschule für Sozialpflege

3.2.1 Darstellung der Situation

Die Berufsfachschule für Sozialpflege wurde im Schuljahr 1997/98 an der Käthe-Kollwitz-Schule mit einer Klasse neu eingerichtet.

Der Abschluss als Sozialassistent bzw. als Sozialassistentin, der in dieser Schulform erworben wird, dient primär als Voraussetzung für die Aufnahme einer Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik oder einer vergleichbaren Ausbildung und qualifiziert für eine helfende Tätigkeit im sozialpflegerischen Bereich.

Die Befürchtung elementarpädagogischer Einrichtungen, die Finanznot könnte ihre Träger dazu bewegen, in Zukunft Erzieherstellen in Sozialassistentenstellen zu verwandeln, nehmen wir sehr ernst. Durch eine Definition des Begriffs "Fachkraft", die den Einsatz nicht hinreichend qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausschließt, sollten derart fatale Sparmaßnahmen grundsätzlich verhindert werden.

3.2.2 Ist-Analyse

3.2.2.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote

3.2.2.2 Umfeld/externe Kooperation 3.2.2.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation 3.2.2.4 Partizipation/interne Kooperation 3.2.3 Soll-Vorstellungen

3.2.3.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote

3.2.3.2 Umfeld/externe Kooperation 3.2.3.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation 3.2.3.4 Partizipation/interne Kooperation 3.2.4 Langfristige Ziele  
3.3 Fachschule für Sozialpädagogik

3.3.1 Vorwort

Die Fachschule arbeitet an der Entwicklung einer Pädagogik, die der Ausgrenzung entgegenwirkt, die vielfältige gesellschaftliche Realität gestalten hilft und die Grundsätze einer aufgeklärten Zivilgesellschaft vertritt.

Die Studierenden sollen dazu befähigt werden, in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern selbständig und verantwortungsvoll tätig zu werden. Es wird ein ganzheitliches, auf gesellschaftliche Prozesse bezogenes Lernen im Sinne des situationstheoretischen Ansatzes angestrebt. Neben der fachlichen Ausbildung wird Wert auf persönlichkeitsbildende und sozialintegrative Inhalte gelegt.

 

3.3.2 Ist-Analyse

3.3.2.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote

Berufspraktikum: 3.3.2.2 Umfeld/externe Kooperation Berufspraktikum: 3.3.2.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation 3.3.2.4 Partizipation/interne Kooperation 3.3.3 Soll-Vorstellungen

3.3.3.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote

Berufspraktikum: 3.3.3.2 Umfeld/externe Kooperation Berufspraktikum: 3.3.3.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation Berufspraktikum: 3.3.3.4 Partizipation/interne Kooperation Berufspraktikum: 3.3.4 Längerfristige Ziele

 

 

 

3.4 Fachoberschule/Schwerpunkt Sozialwesen

3.4.1 Ist-Analyse

3.4.1.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote

3.4.1.2 Umfeld/externe Kooperation 3.4.1.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation 3.4.1.4 Partizipation/interne Kooperation 3.4.2 Soll-Vorstellungen

3.4.2.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote

3.4.2.3 Umfeld/externe Kooperation 3.4.2.4 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation 3.4.2.5 Partizipation/interne Kooperation 3.4.3 Langfristige Ziele
 
4 Zweijährige Berufsfachschule
(Klassen 10 und 11)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vollzeitschulform
Jahrgangsstufen 10 und 11
medizinisch-technischer Zweig
sozialpädagogischer Zweig
Ziel: Mittlerer Abschluss

 

4.1 Ausgangssituation und Problembeschreibung

4.1.1 Schulform, Zweige und Abschluss

In der 2-jährigen Berufsfachschule können Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulabschluss den Mittleren Abschluss erwerben. Der Besuch dieser Vollzeitschule ist mit einem intensiven Einblick in einen bestimmten beruflichen Bereich verbunden. Dieser wird durch entsprechenden Fachunterricht und Praktika in Betrieben vermittelt.

An der Käthe-Kollwitz-Schule gibt es derzeit

4.1.2 Veränderungen der Lehr- und Lernbedingungen

Die Lehr- und Lernbedingungen an der Berufsfachschule haben sich in den vergangenen Jahren entsprechend der gesellschaftlichen Situation der Jugendlichen stark verändert. Eine große Rolle spielen Lehrstellenmangel und Jugendarbeitslosigkeit.

Jugendliche mit Hauptschulabschluss, die keine Lehrstelle finden können, bewerben sich vermehrt um einen Schulplatz, um ihre Chancen zur Aufnahme einer Berufsausbildung durch den Erwerb des Mittleren Abschlusses zu steigern. Viele Jugendliche bringen zudem Vorerfahrungen schulischen Scheiterns mit, so dass mit mangelnden Selbstwertgefühlen und Motivationsdefiziten in Bezug auf Lernen und Ausbildung zu rechnen ist.

Viele Schülerinnen und Schüler haben die Hoffnung, einen ihren Neigungen entsprechenden Beruf ausüben zu können, bereits aufgegeben. Die Einwahl in einen bestimmten Zweig ist häufig nicht aufgrund eines Interesses an dieser Richtung, sondern aus pragmatischen Gründen erfolgt – zum Beispiel, weil die Unterrichtsinhalte eines bestimmten Zweiges als eher aneigbar erschienen.

Ein hoher Anteil wenig leistungsstarker Schülerinnen und Schüler, die problematische Schulkarrieren hinter sich haben und – auch aus diesem Grund – zu schulischem Lernen wenig motiviert sind, macht das Unterrichten besonders in den Theoriefächern sehr schwierig. Mangelnde Konzentrationsfähigkeit und häufige Unterrichtsstörungen stellen die Realität dar.

Viele Schülerinnen und Schüler sind mit persönlichen Krisen, die für diese Altersstufe typisch sind und die durch die beschriebene Perspektivlosigkeit verstärkt werden, belastet. Sie benötigen zusätzliche Unterstützung.

Hilfen sind aber auch erforderlich, um dem sehr unterschiedlichen Leistungsstand in den Klassen gerecht zu werden. Ein großer Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler, die zwar in der Regel eine höhere Motivation mitbringen, aber vielfach im sprachlichen Bereich große Defizite aufzuarbeiten haben, sind hier unter anderem zu nennen.

Die Aufgabe, mit den Berufsfachschulklassen das dem Mittleren Abschluss entsprechende Niveau zu erreichen, wird zunehmend schwieriger.

In dieser Situation sucht das Kollegium der Berufsfachschule verstärkt nach neuen Wegen, um der veränderten Situation gerecht zu werden.

Neben der bisherigen Aufgabe der Inhaltsvermittlung ist häufig zunächst eine Nachsozialisation und sozialpädagogische Unterstützung erforderlich, um Lernstörungen erfolgreich anzugehen.

Formen des Lernens müssen gefunden werden, die den Schülerinnen und Schülern Erfolgserlebnisse ermöglichen und nicht an negative Vorerfahrungen anknüpfen.

4.2 Ist-Analyse

4.2.1 Unterricht/Pflicht- und Wahlangebote

Die Fach- und Allgemeinbildung erfolgt gemäß den Rahmenlehrplänen des Hessischen Kultusministers sowie schulintern entwickelter Curricula.

Im Schuljahr 1995/96 wurde in der Klassenstufe 10 ein schuljahresbegleitendes Praktikum von einem Tag pro Woche eingeführt, das im medizinisch-technischen Zweig in Arztpraxen, Krankenhäusern u.a. und im sozialpädagogischen Zweig in sozialpädagogischen Einrichtungen wie z.B. Kindertagesstätten abgeleistet werden kann und durch ein Blockpraktikum vorbereitet wird.

Mit ihrem Einsatz in Betrieben sollen den Schülerinnen und Schülern Erfolgserlebnisse in der Ausübung praktischer Tätigkeiten ermöglicht und ihre Motivation zum Erlernen eines bestimmten Berufs gestärkt werden.

Die Praktika werden im entsprechenden Fachunterricht intensiv vorbereitet und –auch mit Praxisbesuchen durch Lehrkräfte – begleitet.

4.2.2 Umfeld/externe Kooperation

Eine intensive Zusammenarbeit mit den Praxisstellen findet statt, um gemeinsam Lösungen für Probleme der Schülerinnen und Schüler bei ihrer dortigen Tätigkeit zu finden. Auch der Unterricht kann durch die Erfahrungen der Praxisbesuche der Lehrkräfte und die Hinweise der Praktikumsanleiterinnen und -anleitern in stärkerem Maße auf die Erfordernisse der betrieblichen Tätigkeiten bezogen werden.

Auch mit den abgebenden Schulen arbeiten wir zusammen, indem wir z.B. zu gemeinsamen Treffen einladen.

4.2.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation

Die Käthe-Kollwitz-Schule bemüht sich, möglichst vielen Jugendlichen einen Schulplatz anzubieten, um ihre Zukunftschancen zu steigern. Ziel ist, auf diese Weise einen Beitrag zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit in Offenbach zu leisten.

Die Notwendigkeit, möglichst viele Schülerinnen und Schüler mit den vorhandenen Mitteln zu beschulen, wirkt auf die Situation in den Klassen ein.

Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Lehrerstunden machte Unterrichtskürzungen und die Bildung großer Klassen – besonders im sozialpädagogischen Zweig – im Schuljahr 1997/98 notwendig.

Auch die räumliche Situation ist gekennzeichnet von der Notwendigkeit, alle zur Verfügung stehenden Ressourcen zu nutzen: Die Berufsfachschulklassen sind Wanderklassen.

Die genannten Faktoren wirken den vorgenannten Lernstörungen vieler Schülerinnen und Schüler nicht entgegen, sondern zementieren die Probleme vielmehr.

Die vorhandenen Fachräume sind gut ausgestattet, reichen aber nicht aus.

4.2.4 Partizipation/interne Kooperation

Um die Schüler zu motivieren und ihr Verhältnis zur Schule zu verändern, wird die Auswahl der Unterrichtsinhalte und die Gestaltung des Praktikums – soweit möglich – mit ihnen abgesprochen.

4.3 Soll-Vorstellungen

4.3.1 Unterricht/Pflicht- und Wahlangebote

Der Unterricht soll in Zukunft – soweit möglich – in stärkerem Maß auf das Praktikum bezogen werden und fächerübergreifend und -verbindend erfolgen. Eine Verzahnung des allgemeinbildenden und des fachspezifischen Unterrichts mit dem Ziel der persönlichen, beruflichen und kulturellen Identitätsbildung der Schülerinnen und Schüler wird angestrebt.

Das Jahrespraktikum soll in Zukunft in die Klassenstufe 11 verlegt werden, um eine bessere inhaltliche Vorbereitung zu ermöglichen.

Die notwendige intensive Aufarbeitung der im Praktikum gemachten Erfahrungen kann nur in kleinen Klassen geschehen. Dafür soll in der Klassenstufe 11 ein Fach "Praktikumsbetreuung" eingerichtet werden.

Um auf die beschriebenen unterschiedlichen Lernausgangssituationen und Lerninteressen adäquat reagieren zu können, sollten vermehrt Wahlpflicht- und Wahlangebote (auch im kreativen Bereich) eingerichtet werden.

Die geplanten Veränderungen sollen dazu beitragen, dass die Käthe-Kollwitz-Schule als Ort der individuellen, sozialen und beruflichen Entwicklung erlebt werden kann.

4.3.2 Umfeld/externe Kooperation

Die Zusammenarbeit mit den abgebenden Schulen soll intensiviert werden, u.a., um diese bei der Beratung ihrer Schülerinnen und Schüler für die Wahl der Schulform und des Schulzweigs unterstützen zu können.

Die sehr arbeitsintensive Zusammenarbeit mit den Praxisstellen soll durch Entlastungsstunden unterstützt werden.

4.3.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation

Aufgrund der veränderten Problemlage benötigt die Berufsfachschule an der Käthe-Kollwitz-Schule ein erhöhtes Maß an Unterstützung durch Zuweisung von Ressourcen.

Wir benötigen Klassenräume, damit sich die Schülerinnen und Schüler in stärkerem Maße mit "ihrer" Klasse identifizieren können. Weiter sind zusätzliche, entsprechend ausgestattete Fachpraxisräume und eine Ausweitung des fachpraktischen Unterrichts erforderlich, um die Begabungen vieler Schülerinnen und Schüler fördern zu können.

Die Klassenstärke muss so gestaltet werden, dass auch die zahlreichen Schülerinnen und Schüler mit Lernstörungen und Verhaltensauffälligkeiten qualifiziert werden können. In zwei Klassen soll ein Schulversuch durchgeführt werden, bei dem in jeder Klasse höchstens 15 Schülerinnen und Schüler ohne Teilungen in den fachpraktischen Fächern unterrichtet werden. Die Ergebnisse dieses Versuchs sollen in der Berufsfachschulkonferenz diskutiert werden.

Deshalb sollen in den Klassen weniger Lehrerinnen und Lehrer mit mehr Stunden eingesetzt werden, da für die erforderliche Nachsozialisation und sozialpädagogische Unterstützung vieler Schülerinnen und Schüler ein starker persönlicher Bezug zu den einzelnen Lehrkräften erforderlich ist.

4.3.4 Partizipation/interne Kooperation

Um auf die spezifischen Klassensituationen besser eingehen zu können, soll die Kooperation zwischen den dort unterrichtenden Lehrkräften intensiviert werden.

Wir streben die Bildung von Klassenteams an, die in regelmäßiger Absprache miteinander unterrichten.

Klassen- und Zweigkonferenzen, die die Möglichkeit bieten, auch über Unterrichtsinhalte und –ziele sowie Einzelmaßnahmen ausführlich zu sprechen, sollen vermehrt stattfinden und – soweit möglich – Berufsfachschulkonferenzen ersetzen.

Der entstehende zusätzliche Arbeitsaufwand soll durch Kooperationsstunden abgegolten werden.

 

 

 

 
5 Ernährung

 

 

 

 

 

 

Folgende Ausbildungsberufe werden im Dualen System unterrichtet:

 

Bäcker/Bäckerin (1.- 3. Ausbildungsjahr)

Fleischer/Fleischerin (1. Ausbildungsjahr)

Konditor/Konditorin (1. Ausbildungsjahr)

Fachverkäufer/Fachverkäuferin im Nahrungsmittelhandwerk:

Schwerpunkt: Bäckerei/Konditorei (1.- 3. Ausbildungsjahr) Fleischerei (1. Ausbildungsjahr)

Mit erfolgreichem Abschluss der Ausbildung kann der Hauptschul- bzw. der Mittlere Abschluss erreicht werden.

 

5.1 Vorwort

Im Fachbereich Ernährungsgewerbliche Berufe werden im Dualen System Auszubildende folgender Ausbildungsberufe unterrichtet:

VerkäuferIn im Nahrungsmittelhandwerk Schwerpunkt Fleischerei Grundstufe

FleischerIn Grundstufe

KonditorIn Grundstufe

VerkäuferIn im Nahrungsmittelhandwerk Schwerpunkt Bäckerei Grundstufe,

Bäckereihelferausbildung mit Schülern der Werkstätten für Behinderte (WfB).

 

Wichtigstes Ziel ist eine fundierte Ausbildung, die - unabhängig von den Eingangsvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler - das Bestehen der Lehrabschlussprüfung ermöglicht und für das Berufsleben qualifiziert.

5.2 Ist-Analyse

5.2.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote, Abschlüsse

Der Berufsschulunterricht findet (außer mit den Schülerinnen und Schülern der WfB) an zwei Berufsschultagen mit durchschnittlich 9-10 Unterrichtsstunden statt.

In der Grundstufe wird der 2. Berufsschultag 14- tägig mit 6 Unterrichtsstunden geblockt.

Das Pflichtangebot findet im fachtheoretischen und fachpraktischen, sowie im allgemeinkundlichen (Deutsch, Politik, Wirtschaftskunde) Bereich statt. Dem Religionsunterricht wird auch im Sinne einer sozialpädagogischen Betreuung große Bedeutung beigemessen.

Im Wahlpflichtbereich ist für das kommende Schuljahr neben dem Angebot des Fachs Englisch (zur Erlangung des Realschulabschlusses nach erfolgreich abgelegter Gesellenprüfung) ein Angebot im Bereich Informationstechnische Grundbildung geplant.

Neben dem Gesellenbrief für BäckerInnen und FachverkäuferInnen im Nahrungsmittelhandwerk Schwerpunkt Bäckerei und dem Bäckereihelferzeugnis, kann mit erfolgreich abgelegter Prüfung auch der Hauptschulabschluss bzw. der Mittlere Abschluss erlangt werden.

5.2.2 Umfeld/externe Kooperation

Der Fachbereich arbeitet eng mit der Bäckerinnung zusammen. So finden regelmäßig Ausbildernachmittage und Informationsveranstaltungen mit Auszubildenden, Vertretern der Innung und dem Ausbildungsberater der Handwerkskammer statt.

Der Fachbereich veranstaltet Seminare für Auszubildende und Ausbilder in Kooperation mit der Zulieferindustrie, dem Bäckerfachverein und der Bäckerinnung.

Es wird Wert darauf gelegt, mit Schülerinnen und Schülern Fachmessen wie die BÄKO bzw. die IFFA zu besuchen und Betriebsbesichtigungen in Betrieben der Nahrungsmittelindustrie durchzuführen.

Seit drei Jahren findet jährlich ein Schüleraustausch mit der Partnerschule in Krakau statt.

Durch Lehrgänge für Sonderschüler zum Kennenlernen des Bäcker- und Verkäuferinnenberufes wird der Kontakt zu einem Teil der abgebenden Schulen

(Ludwig-Dern-Schule) gewährleistet.

5.2.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation

Momentan sind die organisatorischen Rahmenbedingungnen (Klassengröße, Stundenplan, Klassenlehrerprinzip) zufriedenstellend, wobei eine Ausweitung des Unterrichtsangebots und ein festes Lehrerteam in den Klassen angestrebt werden.

Die Schülerinnen und Schüler unseres Fachbereichs haben teilweise wenig motivierende Schullaufbahnen hinter sich. Zudem befinden sie sich in einer Lebensphase, die sehr konfliktträchtig ist. Aus diesem Grund besteht ein hoher Gesprächs- und Beratungsbedarf. Auch die Kontaktpflege und der Austausch mit den Ausbildungsbetrieben und den Innungen erfordert viel Engagement und über die Unterrichtsverpflichtung hinausgehende Zeit der Lehrkräfte.

Der Fachbereich verfügt über eine gute Grundausstattung an Anschauungs- und Unterrichtsmaterialien. Räumlich und sächlich sind die Bedingungen dennoch nicht zufriedenstellend, da die Unterrichtsräume aufgrund des defekten Mobilars unfallgefährlich und wenig einladend sind, die Zahl der Arbeitsplätze in der Backstube unzureichend ist und die Lehr- und Lernmittel gekürzt wurden. Die Wartung und Ersatzbeschaffung sind somit nicht gewährleistet.

Der Fachbereich schätzt, dass von Seiten der Schulleitung Lehrerfortbildungen genehmigt und somit unterstützt werden.

5.2.4 Partizipation/interne Kooperation

Innerhalb des Fachbereichs herrscht ein gutes Arbeitsklima.

Im Zuge der neuen Rahmenlehrpläne für die Grundstufe wird eine Teambildung in bislang nicht praktiziertem Ausmaß erforderlich.

Im Rahmen der Caféteria wird auf Lehrerebene mit Klassen der WfB und des BVJ kooperiert.

Klassen der entsprechenden Fachbereiche sind jedoch völlig isoliert.

5.3 Soll-Vorstellungen

5.3.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote, Abschlüsse

Im kommenden Schuljahr soll aufgrund des neuen Rahmenlehrplans in den Grundstufenklassen zunächst halbjährlich fachpraktischer Unterricht parallel zu fachtheoretischem Unterricht erteilt werden.

Eine Gewährleistung von 4 Stunden Fachpraxis wöchentlich in den Fachstufen ist ebenfalls erforderlich.

Im Wahlpflichtbereich ist ein Angebot von Computerunterricht erforderlich und soll zunächst in einer Grundstufe und in der Bäckermittelstufe eingeführt werden.

Schulinterne Fördermöglichkeiten und der Ausbau der Kooperation mit den abH (Ausbildungsbegleitende Hilfen) für leistungsschwache Schüler oder Schüler mit sprachlichen Defiziten werden angestrebt.

Englischunterricht als Voraussetzung zur Erreichung des Mittleren Abschlusses mit Ausbildungsende sollte für die Schüler zeitnah zum Pflichtunterricht geplant werden. Es ist anzustreben, dass innerhalb der Schule täglich z.B. in der 7. oder 8. Unterrichtsstunde Englischunterricht für Teilzeitschüler angeboten wird.

Eine Qualifizierung von ungelernten Verkäuferinnen in Bäckereien könnte über Vorbereitungskurse für externe Prüfungen in Kooperation mit der Bäckerinnung erreicht werden.

5.3.2 Umfeld/externe Kooperation

· Die Kooperation mit abgebenden Schulen sollte ausgeweitet werden, indem man Schulabgangsklassen bzw. 8. Klassen von Hauptschulen ähnlich wie den Schülern der Ludwig-Dern-Schule Lehrgänge zum Kennenlernen z.B. des Bäckerberufes anbietet.

· Im Rahmen des Schüleraustausches mit der Partnerschule in Polen sollen Auslandspraktika ermöglicht werden.

· Im Sinne der Imagepflege ist die Öffentlichkeitsarbeit (lokale und Fachpresse) zu verbessern.

5.3.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation

Die Arbeitsbedingungen sind zunächst durch eine Renovierung der Klassenräume (siehe IST) inklusive Mobiliar verbesserungsfähig.

Ein festes Lehrerteam im Fachbereich für den fachtheoretischen, fachpraktischen und allgemeinkundlichen Unterricht mit Kooperationsstunde ist für verstärkte Teamarbeit erforderlich.

Zur weiteren Qualifizierung der Lehrkräfte wird z.B. die Durchführung von Betriebspraktika für LehrerInnen angestrebt.

5.3.4 Partizipation/interne Kooperation

Im Rahmen der Berufsfindung (z.B. wöchentlicher Praxistag Bäckerei u. Verkauf) könnte eine Kooperation mit Klassen aus den Bereichen BS, BVJ, EBA, ggf. BFS 07 erfolgen.

5.3.5 Ressourcen

Der Fachbereich benötigt kurzfristig Mittel, um die Unterrichtsräume in Stand setzen zu lassen und die Backstube hinsichtlich der Anforderungen der neuen Lebensmittelhygiene-VO einzurichten.

Langfristig sind Mittel für die Erweiterung der Backstube, den Austausch bzw. Neukauf von Maschinen notwendig.

In Bezug auf die Versorgung mit Räumen sind drei Klassenräume und ein Vorbereitungsraum sowie ein Umkleideraum mit abschließbaren Garderobenschränken vor dem Fachpraxisraum erwünscht.

Die Nutzung eines EDV-Raumes ist geplant.

Die Erweiterung des LehrerInnenteams ist erforderlich.

5.4 Langfristige Ziele

Langfristig möchte der Fachbereich die Käthe-Kollwitz-Schule als einen Standort für die Ausbildung im Bäckerhandwerk sicherstellen.

Eine Erweiterung der Backstube (mehr Arbeitsplätze) mit einer Ausstattung nach neuesten Lebensmittelhygienevorschriften, zeitgemäßen Maschinen und Geräten, ansprechende und mit Unterrichtsmaterialien gut ausgestattete Klassenräume sowie Lehrkräfte, die sich weiterqualifizieren können, und die gute Zusammenarbeit mit der Innung könnten das Erreichen dieses Zieles ermöglichen.

Außerdem soll erneut geprüft werden, ob sächlich, räumlich und von Seiten der Lehrerversorgung nicht doch die Möglichkeit geschaffen werden kann, die Fachstufenklassen des Fleischer- und des Konditorenhandwerks an unsere Schule zu binden.

 

 

 

  

 

6.1 Vorwort

Die neue Ausbildungsordnung und der neue Rahmenplan zeigen deutlich gestiegene Anforderungen auf. Neben der handwerklichen Leistung sind zunehmend umfassende Dienstleistungen hinzugekommen, die hohe Kompetenzen in den Bereichen Beratung/ Verkauf, Behandlung und Beurteilung verlangen. Neben mehr fachlichem Wissen wird ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Menschenkenntnis, kommunikativen Fähigkeiten, Kreativität und Flexibilität verlangt.

Die Zielsetzung der beruflichen Ausbildung erfordert die Entwicklung von Handlungskompetenz. Daher soll der Unterricht die Handlungsfähigkeit zum Ziel haben und die jungen Menschen zu selbständigem Planen, Durchführen und Beurteilen von Arbeitsaufgaben befähigen.

Bei den Schülerinnen und Schülern handelt es sich um Jugendliche und junge Erwachsene, die sich nach Vorbildung, kulturellem Hintergrund und sehr unterschiedlichen Erfahrungen in den verschiedenen Ausbildungsbetrieben unterscheiden.

Im Schuljahr 1997/98 wurde in den Grundstufen der neue Lehrplan nach den gegebenen Möglichkeiten versuchsweise umgesetzt. Erste Erfahrungen werden diskutiert, ausgewertet und entsprechend in der Sollanalyse berücksichtigt.

Um den Jugendlichen mit Interesse an diesem Beruf eine zusätzliche Ausbildungschance in Form einer Grundausbildung zu geben, haben wir uns für ein vollzeitschulisches Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) in Verbindung mit einem Lernsalon ausgesprochen. Das BGJ ist als Einstieg für eine Berufsausbildung in Kooperation mit interessierten Betrieben gedacht, sowie als Eingangsjahr für eine sich anschließende Berufsfachschule Körperpflege.

Wir empfinden grundsätzlich die Anbindung an weiterführende schulische Bildungsgänge innerhalb unserer Schule bzw. prinzipiell als unzureichend. Die fehlende Durchlässigkeit stellt für unsere Schülerinnen und Schüler eine "Sackgasse" dar. Daher streben wir in unserem Fachbereich kurz-, mittel- und langfristig die Einführung folgender Schulformen an:

· BGJ: Schulisches Berufsgrundbildungsjahr Körperpflege als Einstieg in die Duale Berufsausbildung in Kooperation mit interessierten Betrieben bzw. als Einstiegsjahr für eine anschließende Klasse 11 einer entsprechenden BFS.

· 1jährige BFS Körperpflege: zum Erwerb des Mittleren Abschlusses im Anschluss an das BGJ.

· 2jährige BFS Kosmetik: Vollschulische Kosmetikausbildung, ein Angebot, das in den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen schon existiert, im Anschluss an eine Friseurausbildung. Die Voraussetzung ist ein Mittlerer Abschluss.

· FOS Gesundheit: Die Schülerinnen und Schüler des Fachbereichs Körperpflege erhalten dadurch eine höhere Durchlässigkeit.

Innerschulisch sind wir eingebunden in die Fachbereiche EBA und Besondere Bildungsgänge, wo fachbezogene Unterrichtsangebote gemacht werden.

Weiterhin arbeiten wir mit der Ludwig-Dern-Schule, einer Schule für Lernhilfe, zusammen, indem wir den Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen einen Einblick in den beruflichen Bereich der Körperpflege geben.

Hierbei vermitteln wir unter anderem Schlüsselqualifikationen wie:

· Abbau von Berührungsängsten,

· Hygiene- und Körperbewußtsein,

· Sensibilisierung der Wahrnehmung,

· Fingerfertigkeit,

· Kommunikative Fähigkeiten,

· Kenntnisse über Zusammensetzung und Wirkungsweisen von (kosmetischen) Präparaten und deren ökonomische, umweltgemäße und gesundheitsbewußte Anwendung.

6.2 Ist-Analyse

6.2.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote

· Zusätzliche Angebote an WPU (Mathematik, Chemie, Kommunikation und Beratung, Gesundheits- und Bewegungserziehung, EDV) bestehen.

· Hauptschulabschluss und Mittlerer Abschluss werden durch Zusatzangebote ermöglicht.

6.2.2 Umfeld/externe Kooperation · Es besteht eine gute Zusammenarbeit mit der Innung und bei der Mitarbeit im Prüfungenausschuss.

· Projekte, u.a. auch mit anderen Schulen, werden durchgeführt.

· Kontakte zu Fortbildungsinstitutionen werden gepflegt.

6.2.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation · Es stehen zu wenig Unterrichtsstunden zur Umsetzung der Rahmenstundentafel/ Rahmenpläne zur Verfügung.

· Die Arbeit kann nur bewältigt werden aufgrund der hohen Einsatzbereitschaft und Flexibilität innerhalb des Fachbereichs.

· Betriebliche, kulturelle Konflikt- und Problemstellungen müssen während der Pausen oder im Unterricht aufgefangen und aufgearbeitet werden.

· Studienfahrten/ Studientage finden regelmäßig statt.

6.2.4 Partizipation/interne Kooperation · Die Kollegen im Fachbereich arbeiten gut zusammen. Dieses ist u.a. auf das gute Arbeitsklima im Fachbereich zurückzuführen.

· Der Fachbereich ist in die Arbeit der Käthe-Kollwitz-Schule als Ausbildungsschule (Referendare) aktiv eingebunden.

6.3 Soll-Vorstellungen

6.3.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote

· stärkere Differenzierung und Ausweitung der WPU-Angebote auch als Stütz- und Förderkurse, insbesondere in den Grundstufen (z.B. Mathematik, Chemie, Deutsch, Kommunikation und Beratung, Gesundheits- und Bewegungserziehung, EDV),

· ein allgemeinbildendes Curriculum ist zu erstellen (im Sinne von fächerübergreifendem Arbeiten); Kursangebote sollen sich daraus entwickeln,

· EDV-Curriculum für Friseure (verbunden mit fachtheoretischen Inhalten),

6.3.2 Umfeld/externe Kooperation · Die Kooperation mit der Innung bzw. den Betrieben soll -auch im Hinblick auf die neue Ausbildungsordnung und die Rahmenpläne- verstärkt werden durch regelmäßige Kontakte und punktuelle gemeinsame Veranstaltungen.

· Die Auszubildenden sollen u.a. in gemeinsamen Kursangeboten von Schule, Innung und Verbänden gefördert werden.

6.3.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation · Der Unterricht soll gemäß Stundentafel erteilt werden; im fachpraktischen Unterricht soll eine Teilung erfolgen.

· Der Fachbereich wünscht im Rahmen der gesamten Schule mehr Eigenverantwortlichkeit.

· Einführung eines BGJ (möglichst bereits ab Schuljahr 1999).

6.3.4 Partizipation/interne Kooperation · Wir brauchen eine stärkere Gewichtung und Beachtung der Arbeit des Fachbereichs Körperpflege im Rahmen der gesamten Schule.

· Klassen-, fächer- und fachbereichsübergreifendes Arbeiten soll durch entsprechende Unterrichtsangebote verstärkt werden.

6.3.5 Ressourcen · Einstellung einer Fachpraxislehrerin.

· Einstellung einer Theorielehrkraft mit einschlägiger fachpraktischer Ausbildung und einem Wahlfach für den allgemeinkundlichen Bereich (insbesondere für fachübergreifenden Unterricht bzw. Curriculumsentwicklung notwendig).

· Einrichten eines schulischen Lernsalons zwingend notwendig für den handlungsorientierten Unterricht.

· Einrichten einer Lernwerkstatt (zum selbständigem und kooperativen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler).

· Aufgrund gestiegener Anforderungen kann die Qualität der Ausbildung an der BS nur gewährleistetet sein, wenn keine weiteren Unterrichtskürzungen vorgenommen werden müssen.

· Kolleginnen und Kollegen müssen weiterhin intensiv zur Fort- und Weiterbildung bereit sein bzw. die Möglichkeiten hierfür erhalten.

6.4 Ziele · Innerhalb des Fachbereichs wünschen wir die Umsetzung des Rahmenplanes im projektorientiertem Unterricht und in Teamarbeit. Hierbei soll auch die Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler entwickelt und gefördert werden.

· Für unsere Schülerinnen und Schüler wünschen wir uns mehr Durchlässigkeit durch ein sinnvolles schulisches Angebot ohne Sackgassen und Schleifen (Durchlässigkeit bis zur Fachhochschulreife).

· Langfristig wünschen wir die Entwicklung der Schule zum "Lebensraum" für alle.

Das Team des Fachbereichs Körperpflege fühlt sich für die Umsetzung dieser Ziele gemeinsam verantwortlich. Dieses ist jedoch nur bei entsprechender personeller und sachlicher Ausstattung zu erreichen.

 

 
7 Textil/Bekleidung

Bei erfolgreichem Abschluss des BGJ ist der Hauptschulabschluss möglich, nach der vollschulischen Ausbildung zum/zur Damenschneider/-in sowie zum/zur Modenäher/-in und Modeschneider/-in ist der Mittlere Abschluss und die Fachhochschulreife erreichbar.

Nach Abschluss der FOS-Textil ist ein Übergang in die Fachstufe I der vollschulischen Ausbildung möglich.

7.1 Vorwort

Die neuen Rahmenlehrpläne zeigen deutlich gestiegene und der technischen Entwicklung angepaßte Anforderungen, die hohe Kompetenzen in unterschiedlichsten Bereichen verlangen. Neben mehr fachlichem Wissen wird ein hohes Maß an kommunikativen und Teamfähigkeiten, Kreativität, Flexibilität und Selbständigkeit verlangt. Die Zielsetzung der beruflichen Ausbildung erfordert die Entwicklung von Handlungskompetenz, daher ist die Handlungsorientierung ein Schwerpunkt des Unterrichts, um die Schüler/-innen zu selbständigem Planen, Durchführen und Beurteilen von Arbeitsaufgaben zu befähigen.

Die Akzeptanz dieses neuen Schülertypus erfordert ein auf ihn abgestimmtes, förderndes Unterrichtskonzept.

Zielsetzung ist eine fundierte Ausbildung, die das Bestehen der Gesellen- und anderer Prüfungen ermöglicht und für das Berufsleben qualifiziert sowie der Persönlichkeitsbildung im Hinblick auf veranwortliches Mitgestalten dient.

Personalmangel erzwingt Unterrichtskürzungen, die Anzahl der Schüler/-innen pro Klasse ist häufig zu groß und erschwert die Entwicklung und Umsetzung eines vom neuen Rahmenlehrplan vorgegebenen handlungs- und projektorientierten Unterrichts.

Diese neuen Anforderungen machen eine Zusammenarbeit über Fachbereichsgrenzen hinaus notwendig. Dies stellt sich aus den unterschiedlichsten Gründen schwierig dar (z.B. problematische Terminfindung, fehlende Ansprechpartner, Überlastung der Lehrer usw.). Neue und auch fächerübergreifende Konzepte müssen dringend im Bereich EDV erarbeitet werden, die u.a. die hohen Investionsentscheidungen der zukünftigen Gestaltung der Schule maßgeblich mitbestimmen.

Weitere neue Aufgabengebiete, wie z.B. in der Verwaltung, im Finanzhaushalt sowie die Erhöhung des persönlichen Zeitaufwandes im Bereich der Betreuung, Beratung und Erziehung kommen hinzu. In unserem Fachbereich erfordern die vielfältigen und individuellen Fragen, Probleme und Konflikte, die auch durch das Zusammentreffen vielfältiger Normen und Werte aus verschiedenen Kulturen bedingt sind, von den Lehrkräften besondere Anstrengungen. Hinzu kommt die Beratung und Hilfestellung bei der Betreuung der betrieblichen Praktika.

Auch wir müssen auf Grund der neuen Rahmenlehrpläne und neuen Ausbildungsordnungen neben einer stärkeren handlungsorientierten Didaktik entsprechende Formen der Leistungskontrolle bis hin zu den Prüfungen entwickeln. Das bedeutet Erstellung neuer Aufgaben, die landesweit auszutauschen sind und erfordert eine starke Zusammenarbeit mit den entsprechenden Gremien.

Der Fachbereich Textil bildet persönlichkeits- und leistungsbezogen aus. Er sieht seine Hauptaufgabe darin, die persönliche Handlungs- und Sozialkompetenz weiter zu fördern und zu stärken sowie die fachliche Qualifikation zu entwickeln. Eine umfassende Aufgabe angesichts der Richtlinien der neuen Rahmenlehrpläne sowie der sozialen und technologischen Entwicklungen.

Die weitere Entwicklung der Abteilung Textil und Bekleidung in Bezug auf den Ausbau neuer Ausbildungsformen ist anzustreben. Dazu zählt die Ermöglichung auf weiterführende Abschlüsse, wie auch die Anpassung an die realen Schülerstrukturen und eine doppelqualifizierende Ausbildung, um die Berufsmöglichkeiten der Schüler zu erweitern.

Dringend benötigt werden neue FachpraxislehrerInnen.

 

 

 

7.2 Ist-Analyse

7.2.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote

7.2.2 Umfeld/externe Kooperation 7.2.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation 7.2.4 Partizipation/interne Kooperation 7.3 Soll-Vorstellungen

7.3.1 Unterricht, Pflicht- und Wahlangebote

Freies Nähen als Nachmittagsangebot

Wahlpflichtangebote auch im Hinblick auf innere Differenzierung

Tutorenbetreuung - Nachhilfeangebote für SchülerInnen/Öffnung der Räume

Teilung des BGJ auch in der Theorie

Einführungsphase im BGJ mit anschließender Differenzierung in leistungsbezogene Lerngruppen

Aufbau einer 2-jährigen Ausbildung als Schneider/-in für Abiturientinnen mit dem Schwerpunkt "Vorbereitung auf ein weiterführendes Studium"

Auswahlverfahren am Ende des BGJ

7.3.2 Umfeld/externe Kooperation 7.3.3 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation 7.3.4 Partizipation/interne Kooperation 7.4 Ressourcen

7.4.1 Ist-Zustände

7.4.2 Soll-Vorstellungen
 

 

 

 

8 Religion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An der Käthe-Kollwitz-Schule wird in den unterschiedlichsten Schulformen ein- oder zweistündig pro Lerngruppe evangelischer und katholischer Religionsunterricht mit einer Abdeckung von fast 80% erteilt. Für Schülerinnen und Schüler, die am Religionsunterricht nicht teilnehmen, besteht ein Ersatzangebot im Fach "Ethik".

 

8.1 Allgemeine Darstellung der Situation

In der Fachkonferenz Religion an der Käthe-Kollwitz-Schule arbeiten vier evangelische und zwei katholische Kolleginnen und Kollegen zusammen, davon ein evangelischer Schulpfarrer und ein katholischer hauptamtlicher Religionslehrer im Kirchendienst. Eine Studienrätin hat zusätzlich die Lehrbefähigung für Ethik erworben und bietet in diesem Fach Unterricht an.

Arbeitsgebiete der Kolleginnen und Kollegen sind folgende Bereiche der Schule: Katholischer/evangelischer Religionsunterricht (und als Ersatzfach Ethikunterricht) in Teilzeitschulformen für Ernährungsberufe, Körperpflegeberufe, Textilberufe.

Besondere Angebote bestehen in Klassen für weibliche Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag , die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben.

In den Vollzeitschulformen bestehen Angebote für Lerngruppen der Fachbereiche: Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildungsjahr, Vollzeitform der Textilberufe, Zweijährige Berufsfachschulen, Fachschule für Sozialpädagogik, Berufsfachschule für Sozialpflege, Vorpraktikantinnen im Bereich Sozialwesen, Fachoberschule für Sozialwesen und Fachoberschule für Textilberufe.

Teilnahme und Organisationsform: Der Religionsunterricht an der Käthe-Kollwitz-Schule wird gut akzeptiert. Die Abmeldequote liegt unter 3%. Die Käthe-Kollwitz-Schule wird von über 1300 Schülerinnen und Schülern aus über 40 Nationen besucht. Diese besondere Situation (viele Nationen, viele Religionen, viele Kulturen) findet ihren Niederschlag auch im Religionsunterricht. Gemäß der besonderen Bedingungen unserer Schule wird der Religionsunterricht in der Regel in konfessionell gemischten Lerngruppen erteilt. Darüber hinaus können Schülerinnen und Schüler aus anderen Religionen oder ohne Religionszugehörigkeit teilnehmen.

8.2 Der Religionsunterricht, Pflicht- und Wahlangebote

8.2.1 Wege zum Ziel: Sehen – Werten/Urteilen – Handeln
Der Pflichtunterricht im Fach Religion
Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern werden konkrete Themenfelder aus den jeweiligen Rahmenlehrplänen für den Religionsunterricht ausgewählt. Ausgangspunkt jeder Bearbeitung ist die Alltagserfahrung und das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler.

Die Bearbeitung geschieht jeweils in vier Schritten:

  1. Sammeln und erste Deutungen der Lebenserfahrungen;
  2. Dahinter liegende Sinn- und Wertfragen entdecken;
  3. Bestehende Antworten der Gegenwart und der Überlieferungen aus der Sicht der christlichen Religion und anderer Religionen und Traditionen kennenlernen;
  4. Konsequenzen ziehen: Entscheidungen, Handlungsperspektiven.
8.2.2 Themenfelder und Fragestellungen (eine kleine Auswahl von A bis Z)

Im Folgenden einige Beispiele für Inhalte des Unterrichtes:

Aberglaube - was ist dran an okkulten Praktiken?

Angst - wie lebe ich damit?

Arbeit und Beruf, mein Betrieb - mein Lebensraum ?

Benachteiligte, z.B. Behinderte an unserer Schule

Bibel /Koran - wie kann ich die Botschaften verstehen lernen ?

Ehe, Familie, Familienleben,

Eine Welt - unsere Verantwortung für die Erste, Zweite, Dritte Welt,

Freiheit, die ich meine, das ist....?

Gewissen - ein innerer Kompaß?

Gott - nur vier Buchstaben?

Hoffnung auf Auferstehung - gibt es ein Leben nach dem Tod?

Jesus Christus/Mohammed/Buddha - ein Name, ein Programm?

Kirchliche Gemeinschaften, Konfessionen und Ökumene;

Leid und Trauer - wie werde ich damit fertig ?

Meditation und Gebet - wo finde ich stille Räume für mich?

Naturwissenschaft und Glaube - sagt da nicht jeder etwas anderes?

Politik und Religion - ist die Religion nur für den Sonntag da?

Religion, Religionen, Religionsunterricht: Wozu das alles?

Sexualität und Partnerschaft - wie kann ich meine Liebe leben?

Zeichen – Symbole – Sakramente.

8.2.3 Wahlangebote

a) AG: Kirche und Gesellschaft in Mittelamerika

Dieses Angebot ist offen (Nachmittagsangebot). Es steht in enger Verbindung zu der Partnerschaft mit einer Schule in Rivas/Nicaragua. Es führt neben einem Sprachkurs in Spanisch ein in die besondere Situation der Geschichte und Gegenwart des Christentums in Mittelamerika.

b) Lerntage, Besinnungstage und Seminare

Diese Angebote werden Lerngruppen zur Wahl vorgestellt.. Sie werden unter Punkt 9.1.2 (Umfeld/externe Kooperation) näher beschrieben.

8.2.4 Soll-Vorstellungen

Der Religionsunterricht an der Käthe-Kollwitz-Schule ist zu 77 % abgedeckt.

Eine weitere Ausweitung ist anzustreben, da er den Schülerinnen und Schülern

wesentliche Lebensorientierungen vermittelt.

Im Pflichtbereich muss ein Unterrichtsdefizit im Bereich Fachschule Sozialpädagogik abgebaut werden (dort soll evangelische bzw. katholische Religionspädagogik mit Schwerpunkt im Elementarbereich angeboten werden).

Im Wahlbereich sollen die unter 9.1.1.3.b) genannten Angebote verstärkt werden. Dazu ist jedoch die Ausweitung unserer personellen Ressourcen durch staatliche und kirchliche Unterstützung erforderlich.

8.3 Umfeld/externe Kooperation

Jahrelange Kooperationen bestehen mit evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, Jugendpfarrämtern, der katholischen Jugendzentrale Offenbach und dem evangelischen Bildungszentrum Schönberg.

Vier Angebote wurden und werden jährlich realisiert:

a) Lerntage: Angebote für Klassen, ausgewählte Themen des Religionsunterrichtes als Vormittags- oder Ganztagsprojekt an einem anderen Lernort zu bearbeiten.

Im Schuljahr 97/98 wurden z.B. Projekte zu folgenden Themen durchgeführt: Geglückt und suchtfrei leben(im Suchthilfezentrum OF),Von Schuld und Strafe(im Amtsgericht OF),Kirchen - Architektur und Symbole(Eine Kirche besucht),

Lerntag "Ich bin Ich"(in der Kath. Jugendzentrale).

b) Besinnungstage (ganztägig), Angebot zur Meditation (Lebensbaum, Wüstentag).

c) Schulende-Tag (ganztägig): Abschied und Neubeginn - Reflexionen.

Besinnungstage und Schulende-Tage wurden mit dem Referenten der Kath.

Jugendzentrale OF im Unterricht vorbereitet und gemeinsam gestaltet.

d) Seminare in Kooperation mit dem Evang. Bildungszentrum Schönberg:

Berufsfindung und Lebensorientierung (für BVJ),

Zukunftswerkstatt ("Trauminsel Leben"), offenes Angebot für SchülerInnen.

8.3.1 Soll-Vorstellungen

Sicherung und Ausbau der obengenannten Angebote: Wir wünschen uns ein Gespräch mit den staaatlichen Stellen und der evangelischen und katholischen Kirche zur Klärung der Frage, ob Stundendeputate und die erforderlichen Mittel für die oben beschriebene Arbeit regelmäßig zur Verfügung gestellt werden können.

8.4 Arbeitsbedingungen/Schulorganisation

Der Religionsunterricht an der Käthe-Kollwitz-Schule ist in großen Teilen der Lehrer- und Schülerschaft anerkannt – auch wegen seiner außerunterrichtlichen Aktivitäten. Manche Schülerinnen und Schüler holen sich persönlichen Rat, besonders die beiden hauptamtlichen Religionslehrer haben durch ihre Arbeit an der Schnittstelle Schule/Kirche(n) eine besondere Funktion.

Die Unterstützung durch die Schulleitung ist gut.

Die räumliche Ausstattung ist (so eben) ausreichend: Ein Klassenraum, ein Notklassenraum (ohne Fenster), eine Flurzone.

Die sächliche Ausstattung ist gut (Medien, Bücher, Material).

Die Religionslehrerinnen und -lehrer sind in einer Fachkonferenz organisiert, die sich regelmäßig trifft. Der Fachkonferenzvorsitzende moderiert, verwaltet die Finanzen und ist Ansprechpartner der Schulleitung (Konferenzen, Dienstbesprechungen). Die beiden hauptamtlichen Religionslehrer verstehen sich als Team.

8.4.1 Soll-Vorstellungen

Die Abdeckung des evangelischen und katholischen Religionsunterrichts ist zu erhöhen. Die Vielfältigkeit der Fachbereiche an unserer Schule führt zu einer außerordentlichen Konferenzbelastung. Eine Zuordnung der Religion unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen zu bestimmten Fachbereichskonferenzen ist erst im Ansatz verwirklicht.

Die Bereitstellung von zusätzlichen Stundendeputaten ist erforderlich. Die beiden hauptamtlichen Lehrkräfte müssen entlastet werden für interne Kooperationen (Lernfeldererarbeitung, fächerverbindender Projektunterricht etc.), Beratungsarbeit (Einzelberatung) sowie Ausbau der Angebote: Seminare und Lern- und Besinnungstage (Schulpastoralarbeit). Insbesondere die Kirchen sollen aufmerksam gemacht werden auf das hohe Maß von geleisteter Schulpastoralarbeit. Im Rahmen der Öffnung von Schule liegen hier Kooperationsfelder, die personell und inhaltlich ausgebaut werden sollten.

8.5 Partizipation/interne Kooperation

Der Religionsunterricht kooperiert mit Kolleginnen und Kollegen in allen Fachbereichen.

Insbesondere gemeinsame Projekte haben sich bewährt, z.B.:

a) Projekt: Beruf und Lebensplanung in BVJ-Klassen

In Teamteaching (1 Std.) über den Regelunterricht in Religion hinaus wurden und werden schwierige Klassen begleitet: Abbau von Demotivationen ("ich pack das ja doch nicht.."), Aufbau realistisch(er)er Lebens- und Berufsziele, Einübung und Verstärkung positiver Kräfte ("ich kann etwas, ich bin fähig zu..."), Einzelberatung.

b) Projektunterricht Politik und Religion in der Fachoberschule für Sozialpädagogik

Fächerübergreifendes Arbeiten an den Themen "Armut in Offenbach" und "Judentum in Offenbach", dazu selbständige Forschungstätigkeit der Schülerinnen und Schüler und Präsentation der Ergebnisse in Ausstellungen.

c) Fächerverbindender Unterricht, z.B. in den Fächern Anthropologie und Religion in der Berufsfachschule für Sozialpflege

Manche Themenfelder überschneiden sich, so dass sich eine gemeinsame Arbeit geradezu anbietet (z.B.: menschliche Grundfragen, Sinnfragen, Menschenbilder, Biografie und Familie, Identität).

8.5.1 Soll-Vorstellungen

Bereits bestehende Kooperationen innerhalb und außerhalb des Unterrichtes sollen verstärkt werden. Zwei angedachte/neu begonnene Projekte seien genannt:

a) Berufsschulklassen für weibliche Jugendliche ohne Arbeits-/Ausbildungsvertrag

Ein unregelmäßiger Schulbesuch, ständig wechselnde Lerngruppen und schulischer Mißerfolg kennzeichnen die Situation. Die beteiligten Religionslehrer versuchen, gemeinsam mit anderen Lehrkräften Demotivationen der jungen Frauen abzubauen, Fähigkeiten und Fertigkeiten mit ihnen herauszuarbeiten, damit junge Frauen in einem praktischen Ansatz (z.B. mit Hilfe von Werken, Malen, Musik) dazu kommen, Lebens- und Berufsmotivation wieder neu zu entwickeln.

b) Zweijährige Berufsfachschule - Projekt Soziales Lernen

In einigen Klassen der Berufsfachschulen ist ein "normales" Lernen kaum möglich.

Schulmüde Teilnehmer ohne berufliche Perspektiven benötigen neue Strukturen des Lernens. Durch das Zusammenziehen der Religionsstunden aus den Klassenstufen 10 und 11 wird in einer Klasse ein 4-stündiger Blockunterricht ermöglicht. In diesem und anderen Abgeboten sollen, in Zusammenarbeit mit einem Team von Lehrerinnen und Lehrern, jeweils neben den klassischen Lernzielen der Fächer Modellprojekte der Vernetzung theoretischen und praktischen Lernens unterstützt werden (Neukonzeption der 10s-Klassen). Ziele der jeweiligen Arbeit in kooperativen Unterrichtsformen sind: Soziales Lernen, Verbesserung der Binnenkommunikation in einer Klasse, Erstellen und Einüben von Regeln für den sozialen Umgang miteinander, Entwicklung von Berufsmotivation.

8.6 Ziele des Religionsunterrichts als Fach und als Beitrag zur Schulkultur

· Der Religionsunterricht an der Käthe-Kollwitz-Schule hat die Aufgabe, Kultur zu erschließen, d.h. Zugänge zur christlich-humanistischen Tradition unserer Kultur und Geschichte und Zugänge zur Kultur der Herkunftsländer unserer Schülerinnen und Schüler zu erschließen.

· Der Religionsunterricht an der Käthe-Kollwitz-Schule leistet einen eigenständigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung, verhilft Schülerinnen und Schülern zu eigenverantwortlicher Entscheidung in religiösen Fragen und gibt Orientierungshilfen zur Bewältigung von Bewährungssituationen menschlichen Lebens.

· Der Religionsunterricht an der Käthe-Kollwitz-Schule hat eine eminent gesellschaftlich-politische Funktion: Reflexion von Modellen des Zusammenlebens, Reflexion von Wertvorstellungen, Erarbeitung von Maßstäben ethischer Urteilsbildung, Erarbeitung von Maßstäben zur Erweiterung personaler, sozialer und politischer Handlungskompetenz.

· Der Religionsunterricht fördert das Kennenlernen und das Miteinander von Menschen verschiedener nationaler, kultureller und religiöser Herkunft.

Aus originär christlicher Position heraus fragen die evangelischen und katholischen Religionslehrer an der Käthe-Kollwitz-Schule mit den Schülerinnen und Schülern ausdrücklich nach dem Sinn und Grund unseres Lebens.

Das Wachhalten existentieller Fragen, das Hinterfragen von Positionen soll zu persönlichen Entscheidungen in Bezug auf Lebensgestaltung und Glaubensüberzeugungen mitbefähigen.

Somit geht es dem Religionsunterricht an der Käthe-Kollwitz-Schule um einen Beitrag zur gemeinsamen Schulkultur, um Persönlichkeits- und Identitätsbildung (kulturell und personal), um ethische, soziale und religiöse Bildung, damit der Lernort Käthe-Kollwitz-Schule auch zum unterstützenden Lebensort wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum

Schulprogramm der Käthe-Kollwitz-Schule, Buchhügelallee 90, 63071 Offenbach (Main), Tel. (069) 8065-2945, Fax 8065-3299

Steuerungsgruppe zur Erstellung des Schulprogramms: Dr. Wolfgang Christian, Kurt Faller (Jugendbildungswerk), Jürgen Hein, Michael Köditz, Christiane Kostarellos, Jochen Maaß (Verbindungslehrer), Gerd Müller, Elisabeth Scholz, Peter Schug, Dietmar Steinbrede, Detlef Schwenger, Cordula Wasner

Verantwortlich i. S. d. P.: Gerd Müller, OStD

Redaktionelle Bearbeitung: Michael Köditz

Bildnachweis:

Titel: Wandbehang in der Eingangshalle der Käthe-Kollwitz-Schule (Schülerarbeit des BGJ Textil, Schuljahr 97/98), Foto: Jochen Maaß

S.3: Käthe Kollwitz im Alter von 60 Jahren, Museum der Bildenden Künste Leipzig

S.7: Käthe Kollwitz: Nie wieder Krieg! Lithografie für Plakat, Mitteldeutscher Jugendtag Leipzig 1924

S.8, 14 und Rückseite: Zeichnungen von Schülerinnen und Schülern aus dem Fachbereich WfB

S.15: links: Logo des Start-Projekts, Stadt Offenbach; rechts: Schülerzeichnung aus dem BVJ

S. 22: Kinderzeichnungen aus den Vorlaufgruppen der Stadt Hanau

S. 26 und 28: Einführungstage der Fachschule für Sozialpädagogik, Fotos: Gertrud Helduser

S.30: Schülerinnen der Klasse 10s2 (Schuljahr 97/98), Foto: Michael Köditz

S. 34, 51 und 56: Schülerinnen im Biologie- und Religionsunterricht, Fotos: Erich Leesmann

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